Politik
Der US-Präsident sieht sich im Recht und teilt gegen Kritiker aus.
Der US-Präsident sieht sich im Recht und teilt gegen Kritiker aus.(Foto: AP)
Donnerstag, 30. August 2018

"Verkümmerter Idiot", der lügt: Trump verunglimpft Watergate-Reporter

US-Präsident Trump ist mit der Berichterstattung der meisten Medien alles andere als zufrieden. Nun missfällt ihm ein CNN-Bericht des Watergate-Enthüllungsjournalisten Bernstein derart, dass er diesen heftig beschimpft. Das lässt der Sender nicht auf sich sitzen.

In einer außergewöhnlich scharfen Reaktion hat der US-Sender CNN den Watergate-Enthüllungsreporter Carl Bernstein gegen die Anfeindungen von Präsident Donald Trump verteidigt. "Machen Sie keinen Fehler, Herr Präsident, CNN lügt nicht. Wir bringen die Nachrichten. Und wir berichten, wenn Leute in Machtpositionen Lügen erzählen", erklärte der Sender CNN via Twitter.

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"CNN steht zu seiner Berichterstattung und seinen Reportern. Es mag viele Idioten in dieser Geschichte geben, aber Carl Bernstein ist nicht einer von ihnen." Bernstein war einer der Autoren eines CNN-Berichts über ein Treffen von Trump-Vertrauten mit einer russischen Anwältin im Präsidentschaftswahlkampf 2016, in dem brisantes Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton erwartet worden war.

In dem CNN-Bericht wurden Quellen zitiert, denen zufolge Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen gesagt haben soll, Trump habe im Vorfeld von dem Treffen gewusst. Der CNN-Bericht wurde später in Frage gestellt, nachdem eine der Quellen ihre Aussagen zurückzog.

Trump hatte Bernstein das "Erfinden" von Geschichten vorgeworfen. "Der schlampige Carl Bernstein - ein Mann, der in der Vergangenheit lebt und wie ein verkümmerter Idiot denkt, eine Geschichte nach der anderen erfindet - wird im ganzen Land verlacht", twitterte Trump.

Sender verteidigt Bericht

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Trump attackierte Stunden später ein weiteres Mal CNN. Der Sender werde "von innen heraus zerrissen", weil er "einer großen Lüge überführt" worden sei und sich weigere, "den Fehler zuzugeben". Der US-Präsident Donald Trump forderte die Entlassung des Senderchefs Jeff Zucker. "Little Jeff Z" habe seinen Job furchtbar gemacht und habe schlechte Zuschauerwerte. Der Mutterkonzern des Nachrichtensenders, AT&T, "sollte ihn sofort feuern, um die Glaubwürdigkeit zu retten".

In einem weiteren Tweet warf der Präsident zudem NBC News vor, ein Interview mit ihm im Mai 2017 manipuliert zu haben. Einen Beleg dafür präsentierte Trump nicht. Das Gespräch war wenige Tage nach der umstrittenen Entlassung des damaligen FBI-Chefs James Comey geführt worden und hatte auch die Russland-Ermittlungen zum Thema. NBC äußerte sich zu Trumps Tweet nicht.

CNN hielt unterdessen an seinem Bericht zu dem Treffen mit der russischen Anwältin fest, ebenso wie Bernstein, der sich gegen die Schmähungen verwahrte. "Ich habe mein Leben als Journalist damit verbracht, die Wahrheit ans Licht zu bringen", und dies während republikanischer wie demokratischer Regierungszeiten, schrieb Bernstein bei Twitter. Er betonte die "entscheidende Rolle einer freien Presse" und erklärte: "Keine Schmähung wird meinen Einsatz für diese Mission schwächen."

Die Enthüllungen der Reporter Bernstein und Bob Woodward in der Watergate-Affäre hatten 1974 zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Richard Nixon beigetragen. Trumps Verbal-Attacke auf Bernstein erfolgte kurz vor Erscheinen eines neuen Buches von Woodward. Dem Verlag zufolge schildert das Buch "Fear: Trump in the White House" das "erschütternde Leben in Donald Trumps Weißem Haus". Das Buch erscheint am 11. September und soll aufzeigen, wie Trump Entscheidungen zu wichtigen außen- und innenpolitischen Fragen trifft.

Quelle: n-tv.de