Politik

Forderung Richtung Kolumbien Trump will Glyphosat auf Kokafeldern

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Kokapflanze in Kolumbien.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit 2015 besprüht Kolumbien Kokapflanzen nicht mehr mit dem Herbizid Glyphosat, denn es steht laut WHO im Verdacht. "wahrscheinlich krebserregend" zu sein. US-Präsident Trump setzt sich dennoch für eine Wiedereinführung dieser Methode ein.

US-Präsident Donald Trump hat Kolumbiens Staatschef Iván Duque aufgefordert, im Kampf gegen illegale Kokafelder das Besprühen mit Pflanzenvernichtungsmitteln aus der Luft wieder aufzunehmen. "Wenn nicht, werden wir den Drogen in Kolumbien nie ein Ende setzen", sagte Trump nach einer von der US-Seite verbreiteten Mitschrift bei einem Treffen im Weißen Haus.

Einer Erklärung der Präsidentschaft Kolumbiens zufolge betonte Duque, dass es im Kampf gegen den Drogenhandel notwendig sei, alle Werkzeuge zu kombinieren. Auch die Zerstörung von Kokapflanzen von Hand, mit der man im vergangenen Jahr beispiellose Erfolge erzielt habe.

Drei Länder dominieren Koka-Anbau

Die kolumbianische Regierung des ehemaligen Präsidenten Juan Manuel Santos hatte das Besprühen von Kokapflanzungen mit dem Herbizid Glyphosat aus der Luft im Jahr 2015 eingestellt, nachdem eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) es als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft hatte. Die Methode war vor allem im Rahmen des "Plan Colombia", den die USA und Kolumbien zum Kampf gegen Drogen im Jahr 2000 unterzeichnet hatten, weit verbreitet gewesen und hatte Umwelt- und Gesundheitsschäden zur Folge gehabt.

Weltweit dominieren drei Länder - Kolumbien, Peru, Bolivien - den Koka-Anbau. Ausgerechnet das Ende des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts zwischen Regierung, Guerilla und Paramilitärs, der mehr als 200.000 Tote und Millionen Binnenvertriebene gefordert hat, scheint dabei in Kolumbien einen neuen Koka-Boom angeheizt zu haben. Immer wieder gibt es Berichte, wie Verbrechersyndikate und Dissidenten der ehemaligen Guerilla-Organisation Farc um Koka-Anbaugebiete und Transportrouten kämpfen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa