Politik

"Sie verschwenden ihre Zeit"Trump will bei iranischer Nachfolge mitentscheiden

05.03.2026, 18:46 Uhr
00:00 / 02:24
March-4-2026-Palm-Beach-Fl-United-States-of-America-U-S-President-Donald-Trump-looks-on-during-a-meeting-with-his-advisors-after-launching-Operation-Epic-Fury-targeting-Iran-his-resort-of-Mar-a-Lago-February-28-2026-in-Palm-Beach-Florida
Wünscht persönlich mitzureden, wer den Iran führt: Donald Trump. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Noch gibt es für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei keinen Nachfolger. Doch der US-Präsident macht deutlich, dass dessen Sohn eine schlechte Wahl wäre. Trump möchte stattdessen bei der Auswahl mitreden.

US-Präsident Donald Trump besteht darauf, an der Auswahl des nächsten Oberhaupts des Iran beteiligt zu werden. "Ich muss an der Ernennung beteiligt sein, wie bei Delcy [Rodriguez] in Venezuela", sagte der Republikaner Axios.

Mit dem derzeitigen Nachfolgesuche im Iran zeigt er sich unzufrieden. "Sie verschwenden ihre Zeit", so Trump. "Chameneis Sohn ist ein Leichtgewicht." Der 56-jährige Modschtaba Chamenei wird als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Ajatollah Ali Chamenei gehandelt. Seine Macht stützt sich vor allem auf enge Verbindungen zu den einflussreichen Revolutionsgarden (IRGC).

"Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt", so der US-Präsident. Er fügte mit Blick auf den Auswahlprozess im Iran hinzu, dass er sich weigere, einen neuen iranischen Führer zu akzeptieren, der die Politik von Chamenei fortsetzen würde. Dies würde seiner Meinung nach die USA "in fünf Jahren" zurück in den Krieg zwingen.

Bei den Angriffen von Israel und den USA wurden einige aus Trump-Sicht aussichtsreiche Kandidaten offenbar bereits getötet. "Die meisten Menschen, an die wir gedacht haben, sind tot", hatte der 79-Jährige am Dienstag erklärt. Zuvor hatte die US-Regierung öffentlich bestritten, einen Machtwechsel im Iran zu verfolgen. Stattdessen sollten die Marine und das Raketenprogramm des Landes zerstört werden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Der Tod von Chamenei hat ein Machtvakuum im Zentrum des Iran hinterlassen. Offiziell bestimmt der Expertenrat den neuen Revolutionsführer. In der Praxis dürfte sich entscheiden, welches Lager im Machtgefüge die Oberhand gewinnt. Neben Chameneis Sohn Modschtaba werden auch der schiitische Geistliche Sadegh Laridschani, Ex-Präsident Hassan Ruhani und Hassan Chomeini, Enkel des Revolutionsgründers, als Optionen gehandelt.

Trumps Vorstellung von der Nachfolge im Iran ähnelt der Vorgehensweise in Venezuela. Dort hatte nach der Entführung des Autokraten Nicolás Maduro durch die USA die bisherige Vizepräsidenten Delcy Rodriguez die führende Rolle im Machtapparat übernommen. Der Republikaner hatte am Mittwoch erklärt, dass diese einen "tollen Job" mache. "Das Öl beginnt zu fließen, und die Professionalität und das Engagement beider Länder sind sehr erfreulich."

Quelle: ntv.de, lme

Donald TrumpVenezuelaUSAIranAjatollah Ali Chamenei