Politik

Streit um US-Pastor Trump will gegen die Türkei "nachsetzen"

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Donald Trump erhöht den Druck auf die Türkei.

(Foto: AP)

Im amerikanisch-türkischen Verhältnis ist keine Entspannung in Sicht. US-Präsident Trump gibt im Fall des inhaftierten Pastors Brunson nicht nach. Im Gegenteil: Aus Washington kommen Drohungen mit weiteren Strafmaßnahmen.

Im Streit um den in der Türkei festgehaltenen amerikanischen Pastor Andrew Brunson hat US-Präsident Donald Trump betont, sein Land werde sich nicht unter Druck setzen lassen. "Wir werden nichts für die Freilassung eines unschuldigen Mannes bezahlen", twitterte Trump. "Aber wir setzen bei der Türkei nach." Den evangelikalen Pastor bezeichnete er wörtlich als "Geisel" Ankaras.

Kurz zuvor hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin der Türkei mit weiteren Strafmaßnahmen gedroht, sollte Brunson nicht bald freikommen. Der Pastor sitzt seit Oktober 2016 unter Spionage- und Terrorvorwürfen in türkischer U-Haft. Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf seine Freilassung. In dieser Woche wies ein Gericht in Izmir einen erneuten Antrag Brunsons auf Haftverschonung zurück.

Die türkische Regierung verweist in dem Fall immer wieder auf die Unabhängigkeit der Justiz, doch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schlug vergangenes Jahr selbst vor, Brunson gegen den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen auszutauschen. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Zollkrieg in vollem Gange

Anfang August verhängte der US-Präsident Sanktionen gegen den türkischen Justizminister sowie den Innenminister wegen ihrer Rolle im Fall Brunson. Außerdem verdoppelte Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Damit verschärfte er die zeitweise dramatische Talfahrt der türkischen Landeswährung Lira.

Als Vergeltung rief der türkische Präsident Erdogan seine Landsleute zum Boykott elektronischer Geräte aus den USA auf. Die türkische Regierung hob zudem die Einfuhrzölle auf mehrere US-Produkte deutlich an.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP/dpa

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