Kritiker sprechen von "Schande"Trump will "hässliches" historisches Monument neu gestalten

Seine Vergangenheit als Immobilienentwickler lässt Donald Trump auch als Präsident nicht los. Über Washington verteilt strebt er Renovierungen, Umbauten und Neubauten an. Jetzt könnte ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sein markantes Äußeres verlieren.
Neben seinem Ballsaal strebt US-Präsident Donald Trump auch außerhalb des Weißen Hauses die Umgestaltung der Hauptstadt Washington an. Dabei gerät nun das historische Eisenhower Executive Office Building (EEOB) in den Fokus, das sich in direkter Nachbarschaft zum Amtssitz des Republikaners befindet. "Es wurde immer als hässliches Gebäude angesehen", so Trump laut "New York Times".
Das Gebäude zeichnet sich durch seine Fassade aus Granit, Schiefer und Gusseisen aus und wird vom Weißen Haus selbst als herausragendes Beispiel für Architektur im Sinne des französischen Second-Empire-Stils in den USA beschrieben. Der Bau wurde zwischen 1871 und 1888 errichtet und wurde ursprünglich für das Außenministerium, Kriegsministerium und Marineministerium genutzt.
Der US-Präsident will das markante Äußere des Gebäudes überarbeiten lassen. Denn das Grau des Gebäudes passe nur zu Beerdigungen, so Trump bei Fox News. Es sei eine "wirklich schlechte Farbe". Ihm schwebt stattdessen ein weißer Anstrich vor, der sich an das benachbarte Weiße Haus anlehnt. Um das Gebäude farblich umzugestalten, würden nach Angaben der Trump-Regierung 7,5 Millionen Dollar fällig.
Kritik an Streichaktion
Doch der Plan erregt die Gemüter. Bei einem Aufsichtsgremium, welches das Projekt absegnen muss, gingen überwiegend negative Rückmeldungen ein. In einem 422-seitigen Dokument sind die Einwände und vereinzelt auch Unterstützungsschreiben der Interessierten aufgelistet. "Der Gedanke, die wunderschöne Granitfassade des EEOB zu streichen, ist eine absolute Schande und eine absolute Beleidigung für all jene, die historische Architektur bewundern und sich für deren Erhalt einsetzen", erklärte Margo Steinberg, Vorsitzende der Marion Historical Commission. "In fünfzig Jahren in der Denkmalpflege habe ich noch nie von einer so dummen Idee gehört."
"Die Granitfassade des Gebäudes weiß zu streichen, würde dieses bedeutende Wahrzeichen nachhaltig und negativ verändern und sollte daher abgelehnt werden", so Priya Jain von der Gesellschaft der Architektur-Historiker. Eine Blockade des Vorhabens ist laut "New York Times" trotz des negativen Feedbacks von dem Aufsichtsgremium nicht zu erwarten.
Die Umgestaltung des Eisenhower reiht sich ein in eine Reihe von Baumaßnahmen. Zuletzt hatte Trump unter anderem erst in der Umgebung des Lincoln Memorials Wasserbecken neu gestalten lassen. Den Beckenboden ließ er dabei im Farbton "American Flag Blue" neu streichen. Gegenüber dem Weißen Haus ist auch der Lafayette Park derzeit für Renovierungen geschlossen.
Ab Juli soll auch das Kennedy Center, eine renommierte Kultureinrichtung, für zwei Jahre ihren Betrieb einstellen. Für die Zukunft strebt der US-Präsident auch den Bau eines 76 Meter hohen Triumphbogens in der Hauptstadt an. Sich selbst bezeichnet Trump angelehnt an den Titel "Commander-in-Chief" selbst gerne als "Builder-in-Chief" (Oberster Bauherr).