Politik

"Er diktierte den ganzen Brief" Trumps Ex-Arzt packt aus

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Möglicherweise doch nicht der "gesündeste Mensch", der jemals US-Präsident war: Donald Trump.

(Foto: AP)

Über Jahre war Harold Bornstein der Hausarzt von Donald Trump, im Wahlkampf lobte er dessen Gesundheit überschwänglich. Jetzt gibt er zu: Das Gutachten, das er für Trump schrieb, war keines.

Im Präsidentschaftswahlkampf verkündete der langjährige Arzt des damaligen Kandidaten Donald Trump, sein Patient werde "der gesündeste Mensch" sein, "der jemals ins Präsidentenamt gewählt wurde". Heute räumt Harold Bornstein ein: Dieses "Gutachten" hat er gar nicht selbst geschrieben.

Trump habe den ganzen Brief diktiert, sagte Bornstein dem US-Sender CNN. "Ich habe den Brief nicht geschrieben."

Zweifel an Bornsteins Diagnose kamen schon 2016 auf. Der Arzt sagte daraufhin, er habe das Gutachten unter Zeitdruck geschrieben. "In der Eile, glaube ich, sind einige Worte nicht genau so rausgekommen, wie gemeint." Bornstein sagte damals jedoch nicht, dass ihm der Brief diktiert worden sei.

"Seine körperliche Stärke und sein Durchhaltevermögen sind außergewöhnlich", heißt es in dem Schreiben, dass Trumps Wahlkampfteam im Dezember 2015 veröffentlichte. Die Wortwahl passt zu Trump: Seiner Gegenkandidatin Hillary Clinton hatte er im Wahlkampf immer wieder vorgeworfen, kein Durchhaltevermögen ("stamina") zu haben.

"Razzia" in Bornsteins Praxis?

Dem Sender NBC sagte Bornstein, ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sei im Februar 2017 in seine Praxis gekommen, um Trumps Patientenakte mitzunehmen. Er beschrieb diesen Vorfall als "Razzia", die Akte sei unrechtmäßig entwendet worden. Dies sei passiert, nachdem er zwei Tage zuvor der "New York Times" gesagt hatte, dass er Trump zwei Jahre lang ein Haarwuchsmittel verschrieben habe.

Bornstein sagte NBC, er habe sich "vergewaltigt, verängstigt und traurig" gefühlt, als die zwei Männer in seine Praxis gekommen seien. Einer von beiden sei Keith Schiller gewesen, Trumps langjähriger Leibwächter, der nach dessen Inauguration Berater des Präsidenten wurde. "Sie müssen 25 oder 30 Minuten hier gewesen sein", sagte Bornstein, "es hat großes Chaos angerichtet".

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte, es sei das übliche Verfahren, medizinische Unterlagen eines Präsidenten an das Weiße Haus zu übergeben. Es sei nicht richtig, den Vorfall als "Razzia" zu beschreiben.

Quelle: n-tv.de, hvo

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