Politik

Letzter Aufruf vor Kapitol-Sturm Trumps Spenden-E-Mails bleiben plötzlich aus

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Kurz bevor das Kapitol in Washington gestürmt wurde, hatte das Trump-Team einen letzten Aufruf per E-Mail verschickt.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Mehr als 200 Millionen Dollar an Spenden soll das Team von US-Präsident nach der Wahl eingesammelt haben. Dabei setzte es auch auf aggressive E-Mails und SMS. Anhänger bekamen davon mehrere am Tag. Doch seit dem Sturm auf das Kapitol in Washington herrscht plötzlich Funkstille.

Der abgewählte US-Präsident Donald Trump ist nicht nur auf Twitter verstummt - auch die aggressiven E-Mails und SMS seines Wahlkampfteams mit Spendenaufrufen bleiben inzwischen aus. Die bislang letzte SMS verschickte sein Team um 13.30 Uhr am Mittwoch, die bislang letzte E-Mail zehn Minuten später. In der Mail mit der Betreffzeile "Wir haben die Wahrheit" hieß es: "Heute wird ein historischer Tag in der Geschichte unserer Nation sein. Der Kongress wird die Wahlergebnisse entweder bestätigen oder Einspruch erheben. Jeder einzelne Patriot aus dem ganzen Land muss jetzt aktiv werden, wenn wir die Integrität dieser Wahl erfolgreich verteidigen wollen."

Zum Zeitpunkt der Aussendung kam es am Kapitol - wo der Kongress zur Zertifizierung der Ergebnisse zusammengekommen war - bereits zu Zusammenstößen zwischen Trump-Anhängern und der Polizei. Randalierer drangen danach gewaltsam ins Kapitol ein. Bei den Unruhen kamen fünf Menschen ums Leben. Kritiker werfen Trump vor, seine Unterstützer bei einer vorhergehenden Kundgebung angestachelt zu haben.

Der Republikaner Trump hatte auch nach seiner Wahlniederlage gegen den Demokraten Joe Biden weiter um Spenden geworben. Als Ziel gab das Trump-Team an, gegen Wahlbetrug der Demokraten vorgehen und die "radikale Linke" stoppen zu wollen.

Nach einem Bericht der "New York Times" gelang es Trump alleine im Monat nach der Wahl vom 3. November, mehr als 200 Millionen Dollar von seinen Unterstützern einzusammeln. Erst nach den Unruhen am Kapitol gab Trump seinen Widerstand gegen eine Amtsübergabe an Biden auf. Das Trump-Team verschickte in den vergangenen Monaten in der Regel mehrere Mails und SMS pro Tag. Twitter hatte Trumps Account @realDonaldTrump mit mehr als 88 Millionen Followern am Freitagabend dauerhaft gesperrt. Biden wird am 20. Januar vereidigt.

Quelle: ntv.de, kst/dpa