Politik

Tödliche Erstürmung des Kapitols Trumps ältester Sohn spricht vor U-Ausschuss

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Am 6. Januar 2021 redete auch Donald Trump Junior in Washington vor aufgebrachten Anhängern seines Vaters.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Hat der ehemalige US-Präsident Trump die Erstürmung des Kapitols mit fünf Toten durch monatelange Falschbehauptungen angestachelt? Dieser Frage geht ein Untersuchungsausschuss in den USA nach. Nun muss Trumps ältester Sohn stundenlang Rede und Antwort stehen.

Der älteste Sohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat Medienberichten zufolge mit dem Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols gesprochen. Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass Donald Trump Junior den Ausschussmitgliedern am Dienstag etwa drei Stunden lang per Videoschalte Rede und Antwort stand. Demnach beantwortete er alle Fragen und machte nicht von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Trump Junior war ein wichtiger Mitstreiter seines Vaters im Wahlkampf 2020 und verbreitete insbesondere dessen widerlegte Behauptungen von weitverbreitetem Wahlbetrug. Der U-Ausschuss des Repräsentantenhauses geht Vorwürfen nach, wonach Trump die Erstürmung des US-Kapitols durch monatelange Falschbehauptungen angestachelt haben soll.

Der U-Ausschuss ist im Besitz von Nachrichten zwischen Trump Junior und dem Stabschef des ehemaligen Präsidenten, Mark Meadows. Darin schrieb der Sohn während der Gewalt von Trump-Anhängern rund um das Kapitol am 6. Januar 2021, dass sein Vater "diese Scheiße so schnell wie möglich verurteilen" sollte. Zuvor hatte Trump Meadows bereits kurz nach der verlorenen Wahl im November 2020 eine Nachricht mit einem Plan geschrieben, wie die Amtseinführung von Trumps Nachfolger Joe Biden noch verhindert werden könnte.

Der U-Ausschuss hat seit seiner Einsetzung vergangenen Juli bereits 900 Zeugen befragt und über 100.000 Dokumente durchgesehen. Unter den Befragten sind auch mehrere Personen aus Trumps engstem Umfeld wie dessen Tochter Ivanka, ihr Ehemann und hochrangiger Trump-Berater Jared Kushner sowie Kimberly Guilfoyle, die Lebensgefährtin von Trump Junior.

Fünf Tote durch Angriff auf Parlamentssitz

Am 6. Januar 2021 hatten Anhänger des damaligen republikanischen Präsidenten Donald Trump den Parlamentssitz in der Hauptstadt Washington erstürmt. Sie wollten damals verhindern, dass der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden vom November 2020 bestätigt wird. Bei der Attacke kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich wegen des Angriffs einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger zuvor in einer Rede aufgestachelt hatte. Am Ende des Verfahrens wurde er freigesprochen.

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Vor Donald Trump Jr. sind bereits andere Mitglieder der Trump-Familie vor dem Ausschuss erschienen. Donald Trumps Tochter Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner waren in den vergangenen Wochen befragt worden. Auch die Partnerin von Donald Trump Jr., Kimberly Guilfoyle, stellte sich bereits dem Gremium. Das Untersuchungsgremium im US-Repräsentantenhaus soll die Hintergründe des Angriffs auf das Kapitol aufklären. Im Juni sollen erstmals öffentliche Anhörungen des Ausschusses stattfinden.

Trump und sein engster Kreis streiten alle Vorwürfe ab. Viele führende Republikaner bezeichnen den U-Ausschuss als "Hexenjagd".

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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