Politik

"Nicht sehr gesprächig" Ivanka Trump sagt vor U-Ausschuss aus

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Ivanka Trump arbeitete als Beraterin ihres Vaters im Weißen Haus.

(Foto: AP)

Dem Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Erstürmung läuft die Zeit davon: Nach den Kongresswahlen im November könnten die Republikaner die parlamentarische Aufarbeitung stoppen. Jetzt sagt erstmal Trump-Tochter Ivanka aus. Sie soll zugehört haben, als ihr Vater am Telefon versuchte, zu verhindern, dass die Wahl seines Konkurrenten zertifiziert wird.

Vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols Anfang 2021 hat jetzt auch die Tochter des damaligen Präsidenten Donald Trump, Ivanka, ausgesagt. Die Befragung der 40-Jährigen begann am Dienstagmorgen und zog sich in den Nachmittag, sagte der Ausschussvorsitzende Bennie Thompson dem Nachrichtensender CNN. Ivanka Trump sei zwar nicht sehr "gesprächig, aber sie beantwortet Fragen". Thompson betonte, eine Vorladung sei nicht notwendig gewesen.

Der Untersuchungsausschuss hatte Ivanka Trump im Januar zu einer freiwilligen Befragung eingeladen. Die damalige offizielle Beraterin ihres Vaters befand sich am 6. Januar 2021 im Weißen Haus, als radikale Trump-Anhänger den Kongress erstürmten.

Nach Angaben des Untersuchungsausschusses wurde sie unter anderem Zeugin eines Telefonats, in dem ihr Vater seinen Stellvertreter Mike Pence dazu gedrängt haben soll, an diesem Tag im Kongress die Zertifizierung des Siegs des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zu verhindern. Dem U-Ausschuss zufolge baten während der Kapitol-Erstürmung mehrere Mitarbeiter des Weißen Hauses die Präsidententochter, ihren Vater davon zu überzeugen, dem Treiben seiner Anhänger Einhalt zu gebieten.

Trump hatte seine Anhänger am 6. Januar in einer aufpeitschenden Rede aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus" zu kämpfen. Der Rechtspopulist wiederholte dabei auch seine vielfach widerlegten Vorwürfe, er sei durch massiven Wahlbetrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden. Der Sturm auf das Kapitol mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.

Im November könnte Schluss sein

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss will die Rolle von Trump und seinem Umfeld bei der Kapitol-Erstürmung aufdecken. Die Abgeordneten haben bereits mit rund 800 Zeugen gesprochen - darunter erst vergangene Woche mit Ivanka Trumps Ehemann Jared Kushner - und rund 90.000 Dokumente gesichtet. Die Zeit drängt: Bei den Kongress-Zwischenwahlen im November könnten Bidens Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus an Trumps Republikaner verlieren. Diese dürften den U-Ausschuss dann dichtmachen.

Der Untersuchungsausschuss will vorher einen Bericht vorlegen. Die Abgeordneten könnten dabei auch das Justizministerium aufrufen, strafrechtliche Ermittlungen gegen Trump einzuleiten. Anfang März bezichtigte das Gremium den Ex-Präsidenten in einem Gerichtsdokument einer "kriminellen Verschwörung". Ein Bundesrichter kam in der Folge zu der Einschätzung, der 75-Jährige habe sich mutmaßlich einer Straftat schuldig gemacht, indem er versucht habe, die Kongresssitzung zur Zertifizierung von Bidens Wahlsieg zu behindern.

Trump ist bei den Republikanern immer noch der starke Mann, weil er bei der konservativen Basis nach wie vor sehr beliebt ist. Er bringt regelmäßig eine mögliche neue Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 ins Spiel.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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