Politik

Weitere harte Sparmaßnahmen? Tsipras zieht Bilanz und wettert gegen Berlin

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"Wir werden es schaffen", sagt Tsipras.

(Foto: picture alliance / dpa)

Alexis Tsipras zieht bei einem Parteitag in Athen Bilanz. Dabei greift er Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble scharf an. Gleichzeitig rückt er das Thema Schuldenschnitt wieder in die politische Diskussion.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will sein Land bis 2021 aus der Krise führen. Dies werde mit schmerzhaften Maßnahmen verbunden sein, kündigte der Chef der Linkspartei Syriza zum Auftakt eines Parteitages an. "Wir werden es schaffen", sagte er.

Tsipras erklärte vor Delegierten aus ganz Griechenland, warum er vergangenes Jahr nach einer turbulenten Verhandlung doch noch harten Sparmaßnahmen zugestimmt habe. Konservative Kreise in Europa bestünden auf die harte Sparpolitik. Sollte das Land nicht einlenken, könnte es aus der Eurozone geworfen werden. Anführer dieser Bewegung sei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, meinte Tsipras weiter. "Wir alle wissen, das harte Sparprogramm war kein linker und kein progressiver Plan. Es war einfach der Plan des Finanzministers Deutschlands, der Plan Wolfgang Schäubles", sagte Tsipras. 

Schuldenschnitt in der Debatte?

Nun setze sein Land jede Reform um. Das werde seine Regierung auch weiterhin tun. Dafür erwartet Tsipras Maßnahmen zur Reduzierung des griechischen Schuldenberges. Dies sei auch Teil der Vereinbarung mit den Gläubigern.

Der linke Parteiflügel wirft Tsipras angesichts schlechter Umfragewerte vor, in Richtung Sozialdemokratie umzuschwenken und die eigenen Stammwähler, Arbeitnehmer und Rentner, zu sehr belastet zu haben.

Kommt Regierungsumbildung?

Der Parteitag dauert bis Sonntag. Dann sollen ein neues Zentralkomitee gewählt und Tsipras an der Spitze der Partei bestätigt werden. Er ist Alleinkandidat.    

Griechische Analysten schlossen eine umfangreiche Regierungsumbildung nach dem Parteitag und dem erwarteten klaren Sieg Tsipras nicht aus. Minister, die ungern Reformen in die Tat umsetzen, sollen demnach gehen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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