Politik

"Erdogans Arm reicht bis Wien" Türkei hat offenbar in Österreich spioniert

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Polizisten sichern eine Kundgebung kurdischer Gruppen in Wien.

(Foto: imago images/Alex Halada)

Kritiker der türkischen Regierung in Österreich wurden anscheinend bespitzelt. Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Spions droht die Alpenrepublik der Türkei mit diplomatischen Schritten. Erdogan wolle Einfluss ausüben und die "österreichische Gesellschaft spalten".

Die österreichischen Behörden haben laut Innenminister Karl Nehammer einen mutmaßlichen türkischen Spion gefasst. Die Person habe gestanden, für die Türkei Regierungskritiker in Österreich ausspioniert zu haben, sagte der Minister. "Türkische Spionage hat in Österreich keinen Platz. Es muss klar sein, dass wir diese Vorgehensweise nicht tolerieren", sagte Nehammer. Österreich werde nun diplomatische Schritte einleiten, die Justiz werde Anklage wegen Spionage erheben.

Der mutmaßliche Spion sei im Zuge der Ermittlungen zu den Ausschreitungen zwischen kurdisch- und türkisch-nationalistischen Demonstranten in Wien vor wenigen Wochen entdeckt worden, sagte Nehammer. Nähere Details zu der Person wurden nicht genannt. Bekannt gegeben wurde nur, dass die Person zuvor in der Türkei verhaftet worden sei. Danach habe der türkische Geheimdienst versucht, sie als Informant zu gewinnen, um Landsleute in Österreich zu bespitzeln.

Integrationsministerin Susanne Raab sagte, der Arm des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan reiche bis nach Wien. Über Vereine und Moscheen werde Einfluss auf Menschen mit türkischen Wurzeln ausgeübt. Die Türkei wolle damit die österreichische Gesellschaft spalten. "Wir müssen alles tun, um diesen Einfluss abzukappen, weil dieser Einfluss ist Gift für die Integration", sagte Raab.

Quelle: ntv.de, mdi/rts