Politik

Russland angeblich auch dabeiTürkei und Saudi-Arabien machen bei Trumps "Friedensrat" mit

22.01.2026, 06:04 Uhr
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Der "Friedensrat" soll Trumps Vorstellungen zufolge internationale Konflikte beilegen. (Foto: dpa)

Trump wirbt um Mitglieder für seinen "Friedensrat", doch bislang hält sich das Interesse in Grenzen. Jetzt erklären diverse Staaten, vor allem aus Nahost, gemeinsam ihre Absicht zum Beitritt.

Die Türkei, Saudi-Arabien und andere mehrheitlich islamisch geprägte Länder haben ihren Beitritt zum umstrittenen "Friedensrat" unter Führung von US-Präsident Donald Trump angekündigt. Man begrüße die Einladung Trumps und werde sich dem Gremium anschließen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister der acht Länder, zu denen auch Indonesien, Jordanien und Katar gehören. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Pakistan sind ebenfalls dabei, hatten ihre Teilnahme aber bereits vorab separat angekündigt.

Die Minister bekräftigten das Engagement ihrer Länder, die Umsetzung des Mandats des "Friedensrats" als Übergangsverwaltung im Gazastreifen zu unterstützen, wie es im Plan zur Beendigung des Gaza-Konflikts festgelegt und durch den UN-Sicherheitsrat gebilligt worden sei.

Europäer halten sich zurück

Insgesamt 60 Staaten sollen Einladungen für den "Friedensrat" erhalten haben. Zugesagt haben bislang nicht allzu viele - darunter Israel, Ungarn, Argentinien und Belarus. Europäische Länder wie Deutschland oder Frankreich zeigen sich bisher überwiegend zurückhaltend. Vizekanzler Lars Klingbeil sagte am Abend im ZDF, es gebe "keinen Bedarf an zusätzlichen internationalen Institutionen".

Derweil sagte Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin habe die Einladung angenommen - was dieser allerdings nicht bestätigte. "Er wurde eingeladen, er hat zugesagt", sagte Trump vor Journalisten in Davos. Putin selbst hatte kurz zuvor erklärt, man prüfe das Angebot noch.

Trumps vollmundig angekündigtes Projekt eines "Friedensrats", zu dem er nach Angaben des Weißen Hauses im Tagesverlauf eine Bekanntmachung plant, birgt politischen Zündstoff. Ursprünglich zielte das von den USA initiierte Gremium - zumindest offiziell - auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans ab. Es sollte die Nachkriegsordnung in dem weitgehend zerstörten Küstengebiet am Mittelmeer überwachen. Doch längst ist die Rede davon, dass sich das komplett auf Trump zugeschnittene Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-Präsidenten schaffen könnte. Gaza wird in der Charta des Gremiums gar nicht mehr genannt. Kritiker sehen den "Friedensrat" als Kampfansage Trumps an die Vereinten Nationen, zu denen er eine konkurrierende Alternative aufbauen wolle.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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