Politik
Recep Tayyip Erdogan, damals noch türkischer Ministerpräsident, spricht 2014 bei einem Wahlkampfauftritt in der Köln er Lanxes-Arena.
Recep Tayyip Erdogan, damals noch türkischer Ministerpräsident, spricht 2014 bei einem Wahlkampfauftritt in der Köln er Lanxes-Arena.(Foto: picture alliance / Oliver Berg/d)
Freitag, 13. April 2018

Neuer Fall "Mesale Tolu"?: Türkei verhaftet wohl weiteren Deutschen

Genauso wie die deutsche Journalistin Mesale Tolu berichtet Adil Demirci für die Nachrichtenagentur Etha aus der Türkei. Und genauso wie einst Tolu befindet sich Demirci nun anscheinend in türkischer Haft. Das Auswärtige Amt versucht, Kontakt aufzunehmen.

In der Türkei ist anscheinend ein weiterer deutscher Staatsbürger festgenommen worden. Die Journalistin Mesale Tolu, die bis Dezember selbst in der Türkei inhaftiert war, schrieb auf Twitter, Adil Demirci sei "sowohl türkischer als auch deutscher Staatsbürger und war nur zum Urlaub in der Türkei". Aus dem Auswärtigen Amt hieß es: "Wir gehen derzeit von einer Festnahme Adil Demircis aus. Eine Bestätigung der türkischen Behörden über eine Festnahme steht aber noch aus."

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Das Auswärtige Amt machte keine Angaben dazu, welche Staatsbürgerschaften Demirci besitzt. Aus dem Außenministerium hieß es weiter: "Das Generalkonsulat versucht, mit Herrn Demirci in Kontakt zu treten, um ihn konsularisch betreuen zu können. Das Generalkonsulat steht mit der Familie und den türkischen Behörden in Kontakt."

Laut Tolu gehört Demirci zu drei Mitarbeitern der Nachrichtenagentur Etha, die in der Nacht zu Freitag in Istanbul festgenommen worden seien. Auch Tolu hatte bis zu ihrer Inhaftierung für Etha gearbeitet. Sie war im Dezember aus der U-Haft entlassen worden, darf die Türkei aber nicht verlassen.

Aus Demircis Umfeld hieß es, der Betroffene lebe in Köln und sei Sozialwissenschaftler. Er sollte eigentlich am Samstag zurück nach Deutschland reisen. Demirci habe frei aus Deutschland für die Etha berichtet. Auf der Internsetseite des Jugendmigrationsdienstes Remscheid wird Demirci als Kontaktperson geführt.

Im vergangenen Jahr war es wegen der Inhaftierung mehrerer Deutscher zu einer schweren Krise zwischen Berlin und Ankara gekommen. Massiver Druck der Bundesregierung hatte im Februar zur Freilassung Deniz Yücels geführt. Seitdem sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes noch vier Deutsche aus politischen Gründen in der Türkei inhaftiert.

Quelle: n-tv.de