Politik

40.000 Migranten umgesiedelt Türkei vertreibt Flüchtlinge aus Istanbul

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Türken demonstrieren gegen die Ausweisung syrischer Flüchtlinge aus Istanbul.

(Foto: imago images / Depo Photos)

Ihren Einmarsch in Nordsyrien begründet die Türkei damit, dass sie syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückschicken will. Doch auch innerhalb der Türkei nimmt der Druck auf Einwanderer zu. Zehntausende Migranten ohne Registrierung mussten seit dem Sommer Istanbul verlassen.

Die türkischen Behörden haben seit Juli mehr als 40.000 Migranten ohne gültige Papiere aus der Metropole Istanbul in die türkischen Provinzen geschickt, in denen sie ursprünglich registriert worden waren. Wie das Istanbuler Gouverneursamt mitteilte, fasste die Polizei zwischen Mitte Juli und Ende Oktober knapp 43.000 Migranten, die keine gültige Aufenthaltsgenehmigung für die Wirtschaftsmetropole am Bosporus hatten.

Demnach wurden sie in die Provinzen zurückgeschickt, in denen sie ursprünglich registriert wurden. In der Türkei leben mehr als 3,6 Millionen Syrer mit einem "temporären Schutzstatus" sowie Hunderttausende Afghanen, Iraker und Migranten anderer Länder. Die Flüchtlinge werden auf die Provinzen des Landes verteilt und dürfen diese nur vorübergehend verlassen.

Laut dem Gouverneursamt waren im Juli 547.000 Syrer in Istanbul registriert. Weitere Registrierungen würden nicht angenommen. Es wird geschätzt, dass Hunderttausende Syrer, Afghanen und andere Migranten illegal in der Metropole leben. Wegen der Wirtschaftskrise in der Türkei führt die Präsenz der Flüchtlinge zunehmend zu Spannungen mit der örtlichen Bevölkerung. Die Regierung hat daher seit dem Frühjahr den Druck auf die Flüchtlinge erhöht.

Die Türkei und verbündete syrische Milizen hatten am 9. Oktober eine Militäroffensive gegen kurdische Milizen in Nordsyrien begonnen. Dabei eroberte die Türkei einen 120 Kilometer langen Grenzabschnitt. In diese "Schutzzone" will die Türkei syrische Flüchtlinge zurückschicken. 

Quelle: n-tv.de, mau/AFP