Politik

Erdogan jagt "Terroristen" Türkischer Soldat bei Syrien-Offensive getötet

52eda61bf1b57c2e8769ad448fc63555.jpg

Die türkische Regierung beklagt erste Verluste bei der Syrien-Offensive.

(Foto: dpa)

Die türkische Regierung will die kurdische YPG-Miliz aus dem syrischen Grenzgebiet vertreiben. Ankara vermeldet Hunderte Tote auf Seiten der "Terroristen". Bei Gefechten ist nun auch ein türkischer Soldat gestorben.

Bei Gefechten im Rahmen der türkischen Offensive in Nordsyrien ist ein türkischer Soldat getötet worden. Das meldete das Verteidigungsministerium in Ankara auf Twitter. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, drei weitere Soldaten seien verletzt worden. Außerdem habe man in der Nacht auf Freitag 49 weitere "Terroristen" getötet. Insgesamt sei damit deren Zahl auf 277 angewachsen, hieß es in einem weiteren Tweet aus dem Ministerium.

Mit "Terroristen" sind die Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz gemeint, die auf syrischer Seite der Grenze ein großes Gebiet kontrolliert. Die Miliz ist das Ziel der türkischen Offensive. In ihr sieht die Türkei einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei und damit eine Terrororganisation.

Die türkische Regierung will im syrischen Grenzgebiet eine sogenannte Sicherheitszone unter ihrer alleinigen Kontrolle einrichten, aus der sich alle Kurdenmilizen zurückziehen sollen. Sie will dort auch Millionen syrische Flüchtlinge ansiedeln, die derzeit in der Türkei leben. Die Zone soll nach türkischen Vorstellungen einen Streifen entlang der Grenze umfassen, der sich rund 30 Kilometer tief auf syrisches Gebiet erstreckt und vom Euphrat-Fluss nach Osten bis hin zur irakischen Grenze reicht. Sowohl die Offensive, die Mittwochnachmittag begonnen hatte, als auch der Plan, Flüchtlinge dorthin umzusiedeln, stößt international auf scharfe Kritik.

Dem Norwegischen Flüchtlingsrat (NRC) zufolge leben in Syrien innerhalb von fünf Kilometern nahe der Grenze schätzungsweise 450.000 Menschen. Darunter sind 90.000 Vertriebene, die zuvor mindestens einmal vor Kämpfen im Land flüchten mussten. Der NRC warnte, dass der türkische Einsatz humanitäre Hilfen für die Region blockieren könnte. Schon am ersten Tag nach Beginn der Offensive seien der Betrieb von Krankenhäusern und der Wasserversorgung teils unterbrochen worden.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa