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Offensive auf IS-Hochburg UN: Halbe Million aus Mossul vertrieben

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Östlich von Mossul unterstützt US-Artillerie die Offensive der irakischen Armee.

dpa

Seit einem halben Jahr findet die Offensive auf die IS-Stellungen in Mossul statt. Den UN zufolge sind in dieser Zeit rund eine halbe Million Menschen vertrieben worden. Die Verantwortliche warnt: "Der Angriff auf die Altstadt hat noch nicht begonnen."

Seit Beginn der Offensive auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul vor sechs Monaten sind nach Angaben der UN fast eine halbe Million Menschen vertrieben worden. "Die schiere Menge der Zivilisten, die noch immer fliehen, ist erschütternd", erklärte die humanitäre Koordinatorin der UN im Irak, Lise Grande.

Als die Offensive irakischer Kräfte auf Mossul im Oktober begonnen habe, sei im schlimmsten Fall mit einer Million Vertriebenen gerechnet worden. Bisher hätten 493.000 Menschen ihr Zuhause verlassen. Der Kampf um Mossul habe die humanitäre Hilfe der UN an ihre Grenzen gebracht, erklärte Grande weiter.

Nach Angaben der irakischen Regierung sind mehr als 90.000 Zivilisten mittlerweile wieder in befreite Gebiete zurückgekehrt. Die irakische Armee und ihre Verbündeten haben seit Beginn der Offensive das Umland sowie den Ostteil Mossuls befreit. Die Kämpfe im Westen der vom Fluss Tigris geteilten Stadt gehen weiter. Mossul ist die letzte Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak.

Grande zufolge halten sich in West-Mossul nach UN-Schätzungen noch rund 500.000 Zivilisten auf. Allein in der dicht bevölkerten Altstadt Mossuls sollen demnach 400.000 Menschen eingeschlossen sein. Zuletzt hatten sich Berichte über eine große Zahl ziviler Opfer gehäuft. "Wir tun alles, was wir können, aber das ist eine lange Schlacht und der Angriff auf die Altstadt hat noch nicht begonnen", sagte Grande. In West-Mossul sei die Zahl der Verletzten höher, Häuser würden zerstört, Vorräte gingen zur Neige, es gebe zu wenig Trinkwasser.

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP/dpa

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