Politik

Neue Afghanistan-Strategie US-Außenminister droht Pakistan

"Die Terroristen angreifen, wo immer sie sich befinden" - dieser Leitsatz der Trump-Regierung könnte Pakistan bald auf die Füße fallen. Außenminister Tillerson warnt bereits: Die USA verfügten über mehrere "Druckmittel". In Afghanistan könnte es indes mehr US-Luftschläge geben.

Pakistan droht nach den Worten von US-Außenminister Rex Tillerson aufgrund seiner ambivalenten Haltung gegenüber den Taliban seinen Status als privilegierter Verbündeter der USA zu verlieren. Sollte Islamabad seine Position zu den zahlreichen terroristischen Organisationen auf pakistanischem Boden nicht ändern, habe Washington mehrere "Druckmittel" an der Hand, sagte Tillerson. Kürzung der Hilfen, Strafmaßnahmen oder Aberkennung des Privilegiertenstatus - all das sei "auf dem Tisch".

Pakistan ist eines der 16 Länder, die nicht Mitglieder der Nato-Militärallianz, aber privilegierte Partner der USA sind. Der Status sieht eine enge militärische Zusammenarbeit mit Washington vor. US-Präsident Donald Trump hatte Stunden zuvor in seiner Rede zur Afghanistan-Strategie der USA erklärt, zu Pakistan als "Zuflucht für Terrororganisationen" könne nicht länger geschwiegen werden.

Tillerson sagte, der Präsident habe "klar gesagt, dass wir die Terroristen angreifen werden, wo immer sie sich befinden". Zugleich sprach sich der Außenminister für Gespräche der afghanischen Regierung mit den Taliban aus. Pakistan könne eine "wichtige Rolle" dabei spielen, Vertreter der radikalislamischen Taliban an den Verhandlungstisch zu bringen.

Pakistan nannte die Kritik von Trump "enttäuschend " und wies den Vorwurf der Unterstützung von Terrororganisationen zurück. Statt solche Fehlinformationen weiterzuverbreiten, sollten die USA mit Pakistan zusammenarbeiten, um "den Terrorismus auszulöschen", erklärte das Außenministerium in Islamabad am Mittwoch.

Mehr US-Luftangriffe in Afghanistan?

Indes könnte nach der Vorstellung der neuen Afghanistan-Strategie von Präsident Trump die US-Luftwaffe nach eigener Einschätzung häufiger Angriffe auf Ziele in dem Land fliegen. Die Angelegenheit werde allerdings noch geprüft, sagte Generalstabschef David Goldfein. Demnach erwägt die Luftwaffe auch, die afghanischen Streitkräfte stärker bei der Ausbildung zu unterstützen und den US-Bodentruppen am Hindukusch mehr Luftunterstützung zu leisten.

Trump hatte angekündigt, knapp 16 Jahre nach dem Einmarsch in Afghanistan verstärkt gegen die radikalislamischen Taliban zu kämpfen. Dafür ist er Insidern zufolge auch bereit, die US-Truppenstärke von zurzeit 8400 um 4000 zu erhöhen.

Bei Einsätzen in Afghanistan greift vor allem die amerikanische Luftwaffe auf Kräfte zu, die nicht dort stationiert sind. Sie unterhält ein Netz von Stützpunkten im Nahen Osten, etwa in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Quelle: ntv.de, bad/AFP/rts