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Aufschluss über Kommandostruktur US-Elitesoldaten erbeuten IS-Unterlagen

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IS-Führer Baghdadi ist den US-Behörden längst kein Buch mit sieben Siegeln mehr.

(Foto: dpa)

US-Elitetruppen erbeuten bei einer Razzia in Syrien Unterlagen zum Islamischen Staat, die Aufschluss über die gesamte Kommandostruktur der Terrormiliz geben. Das Pentagon spricht von einer wahren Fundgrube an Informationen.

Die USA kommen ganz offensichtlich in ihrem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) voran. Nach Angaben des Pentagon haben US-Elitetruppen bei einer Razzia in Syrien Unterlagen erbeutet, die Aufschluss über die Kommandostruktur des IS geben. Bei der Razzia Mitte Mai in der östlichen Stadt Al-Amr war ein ranghoher Anführer der Terrormiliz getötet worden. Der Mann mit dem Kampfnamen Abu Sayyaf sei für Öl-, Gas- und anderer finanzielle Operationen des IS zuständig gewesen. Abu Sayyafs Ehefrau, Umm Sayyaf, wurde bei der Aktion gefangengenommen.

Nach Angaben der "New York Times", soll die Frau mittlerweile in Aussagen wichtige Informationen preisgegeben haben. Details werden dabei nicht genannt. Bei der Razzia hatte eine Einheit der Delta Force das Wohnhaus der Familie in Amr gestürmt. Der Dschihadist habe nach den Angaben Widerstand geleistet und sei bei einem Feuergefecht getötet worden.

Den Soldaten war es dabei gelungen, Computer, Handys und andere Unterlagen zu erbeuten. Es soll sich um enorme Datenmengen handeln, die sich als wahre Fundgrube erwiesen hätten. Die Analyse des Materials habe Einblicke in Finanzstruktur und Sicherheitsmaßnahmen der Miliz gegeben, und auch darüber, wie IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi die Terrormiliz führt, hieß es weiter.

Die große Angst vor dem Entdecktwerden

Unter anderem soll aus dem Material hervorgehen, dass sich Bagdadi regelmäßig in der syrischen Stadt Rakka mit seinen regionalen Anführern des IS treffe. Besonders vertrauenswürdige Fahrer holen demnach die sogenannten Emire ab und nehmen ihnen die Mobiltelefone und alles elektronische Gerät ab. Damit soll offenbar verhindert werden, dass US-Geheimdienste Bagdadi auf die Spur kommen.

Die Daten belegen auch, dass die Ehefrauen der IS-Führer eine wichtigere Rolle spielen als bislang bekannt. Sie sollen als Kuriere Informationen untereinander weitergeben, die so von Kommandeur zu Kommandeur gelangen, ohne dass diese direkt miteinander in Kontakt stehen müssen.

Der IS hat immer wieder Probleme mit der leichtfertigen Weitergabe von Daten. So werden auch Selfies ausgewertet, die IS-Kämpfer bei Twitter, Facebook und anderen sozialen Netzwerken hochladen. Unlängst gelang es den US-Truppen, nach der Auswertung eines Posts ein Hauptquartier der IS mit einem Ratenschlag zu zerstören.

Die IS-Extremisten beherrschen im Irak und auch im benachbarten Syrien große Gebiete, in denen sie eine Terrorherrschaft errichtet haben.

Quelle: n-tv.de, ppo

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