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Wenige Tage nach Abkommen US-Luftwaffe bombardiert Taliban-Kämpfer

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Laut den USA habe es sich um einen "defensiven" Luftangriff gehandelt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz des geschlossenen Abkommens zwischen den Taliban und den USA flammen die Kämpfe in Afghanistan wieder auf. Nach dem Angriff auf einen Militärposten attackieren US-Jets Kämpfer der islamistischen Miliz. Bereits in der Nacht kamen Dutzende Menschen ums Leben.

Nach einer Angriffsserie der Taliban haben die US-Truppen in Afghanistan zum ersten Mal seit elf Tagen wieder einen Luftangriff gegen die radikalislamischen Kämpfer geflogen. Die USA hätten Talibankämpfer im Bezirk Nahr-e-Saraj in der Provinz Helmand bombardiert, teilte der US-Militärsprecher, Sonny Leggett, auf Twitter mit. Es habe sich um einen "defensiven" Luftangriff gehandelt, um eine Attacke der Taliban auf einen Kontrollpunkt der afghanischen Regierungstruppen zu beenden.

"Um es klar zu machen - wir fühlen uns dem Frieden verpflichtet, aber wir haben die Verantwortung, unsere #ANDSF-Partner zu verteidigen", twitterte Leggett. Die Taliban seien offenbar entschlossen, die Gelegenheit (zum Frieden) zu verschwenden. Die Führungsebene der Taliban habe versprochen, dass sie die Gewalt reduzieren werde. "Wir rufen die Taliban dazu auf, überflüssige Angriffe zu stoppen und ihre Verpflichtungen einzuhalten."

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Die USA und die radikalislamischen Taliban hatten am Wochenende ein Abkommen unterzeichnet, das den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan und für den US-Truppenabzug aus dem Land ebnen soll. Am Dienstag gab US-Präsident Donald Trump in Washington bekannt, er habe ein "sehr gutes Gespräch" mit dem politischen Chef der Taliban, Abdul Ghani Baradar, geführt.

Taliban wollen Angriffe fortsetzen

Das Abkommen mit den Taliban sieht vor, dass die USA über die kommenden Monate ihre Truppenstärke in Afghanistan zunächst reduzieren. Binnen 14 Monaten sollen dann alle US-Soldaten und ihre Nato-Verbündeten abziehen. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien dafür geben, dass sie Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen sowie Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung in Kabul beginnen.

Eine Vorbedingung des Abkommens war eine einwöchige Verringerung der Gewalt gewesen. Die Phase war am Freitag offiziell zu Ende gegangen. Danach hatten die Taliban ihre Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte wieder verstärkt. Innerhalb eines Tages gab es nach Angaben des afghanischen Innenministeriums 33 Angriffe in 16 der 34 Provinzen. Dabei wurden mindestens 13 Menschen getötet. Auch in der Nacht griffen Talibankämpfer wieder afghanische Soldaten und Polizisten an. Bei den Angriffen in den Provinzen Kundus und Urusgan gab es nach Behördenangaben mindestens 20 Tote.

Talibansprecher Sabiullah Mudschahid hatte angekündigt, die Anschläge würden bis zu einer innerafghanischen Einigung fortgeführt. Die militanten Islamisten bestehen darauf, dass gemäß dem Abkommen mit den USA noch vor Beginn der internen Verhandlungen 5000 gefangene Taliban freigelassen werden sollen. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani betont unterdessen, dass es keine bindende Vereinbarung dazu gebe.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa