Seeblockade verletztUS-Militär schießt iranischen Tanker manövrierunfähig

Das US-Militär blockiert iranische Schiffe in der Golfregion. Ein Tanker unter der Flagge Teherans versucht offenbar dennoch in einen Hafen des Landes zu gelangen. Ein Kampfjet der US-Streitkräfte attackiert das Schiff.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen unter iranischer Flagge fahrenden, unbeladenen Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Von einem US-Kampfflugzeug seien am Morgen (Ortszeit Washington) mehrere Schüsse auf das Schiff abgefeuert worden, nachdem es Warnungen der USA, dass es die US-Seeblockade verletze, ignoriert habe, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf X mit.
Der Tanker habe internationale Gewässer passiert und sich in Richtung eines iranischen Hafens am Golf von Oman bewegt, hieß es. "Die US-Blockade gegen Schiffe, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, bleibt in vollem Umfang in Kraft", betonte das US-Militär.
Der Angriff auf den Tanker erfolgte durch einen Kampfjet vom Typ F/A-18 Super Hornet, der vom Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" startete. Mit mehreren Schüssen aus seinem 20-mm-Bordgeschütz beschädigte das Flugzeug das Ruder des Tankers, so Centcom.
Zwischen den USA und dem Iran herrscht derzeit eine fragile Waffenruhe. Zuletzt nahmen die Spannungen zwischen Washington und Teheran zu, weswegen eine weitere Eskalation im Krieg befürchtet wurde: Trump drohte der Islamischen Republik erneut mit Vernichtung, nachdem der Iran als Reaktion auf die US-Initiative zur Öffnung der Meerenge am Montag Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen hatte.
Im Laufe des Tages hatte es jedoch Berichte über eine Annäherung zwischen den Konfliktparteien gegeben. Das US-Nachrichtenportal "Axios" schrieb von einem angeblichen Papier mit 14 Punkten, über das derzeit von amerikanischen und iranischen Unterhändlern gesprochen werde. Trump erwarte eine Antwort aus Teheran in den kommenden 48 Stunden. Gleichzeitig drohte er dem Regime im Iran über seinen Social-Media-Kanal Truth Social auch mit neuen Angriffen mit "größerer Intensität", sollte keine Einigung erzielt werden.