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Zweifel am US-Präsidenten US-Ministerium diskutierte Trump-Ablösung

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Das Verhalten von Donald Trump hat für Chaos im US-Justizministerium gesorgt.

(Foto: REUTERS)

Im Mai 2017 entlässt Donald Trump FBI-Direktor James Comey. Schnell macht der Verdacht die Runde, der US-Präsident könnte versuchen, die Russland-Ermittlungen zu behindern. Im US-Justizministerium wird der äußerste Schritt besprochen.

Das US-Justizministerium hat ernsthaft eine Amtsenthebung von Präsident Donald Trump diskutiert. Das sagt der frühere stellvertretende FBI-Direktor Andrew McCabe dem US-Sender CBS, das in Teilen bereits veröffentlicht wurde und aus dem die "New York Times" zitiert. Es heißt, Anlass für die Diskussion sei Trumps Entscheidung gewesen, FBI-Direktor James Comey im Mai 2017 zu entlassen.

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Demnach hat McCabe selbst am Tag nach dem Rauswurf Comeys mit Trump gesprochen. Er sei besorgt gewesen, dass Trump auch ihn entlassen würde, erzählt McCabe in einem ersten Ausschnitt des CBS-Interviews. Er habe befürchtet, dass die Russland-Ermittlungen dann sehr schnell und "ohne Spuren zu hinterlassen über Nacht" verschwinden würden.

Laut McCabe hat das Justizministerium diskutiert, ob gegen Trump ein Amtsenthebungsverfahren auf der Grundlage des 25. Verfassungszusatzes angestrengt werden könnte. Dieser besagt, dass US-Präsidenten dann abgesetzt werden können, wenn ihr Gesundheitszustand die Amtsführung nicht mehr erlaubt. Dafür braucht es die Zustimmung des Vizepräsidenten und einer Mehrheit des Kabinetts.

Trump wettert auf Twitter

Die ersten Tage nach der Entlassung von Comey seien laut McCabe vor allem im Justizministerium sehr chaotisch gewesen, sagt CBS-Journalist Scott Pelley. Es seien Fragen gestellt worden, wie: "Ist Comey entlassen worden, um die Russland-Ermittlungen zu behindern?" Pelley hat das Interview mit McCabe geführt. Das vollständige Gespräch soll am Sonntag ausgestrahlt werden.

Trump reagierte ungehalten auf die Vorwürfe. McCabe gebe vor, ein "armer, kleiner Engel" zu sein, habe in Wahrheit aber eine große Rolle dabei gespielt, Hillary Clinton zu helfen, schrieb er auf Twitter. Clinton hatte gegen Trump für das Präsidentenamt kandidiert.

In einem weiteren Tweet warf der US-Präsident McCabes Ehefrau vor, viel Geld von Clinton erhalten zu haben. McCabe unterstellte er, eine Marionette des Vertraulichkeiten ausplaudernden James Comey gewesen zu sein. "McCabe ist eine Schande für das FBI und eine Schande für unser Land", schrieb Trump.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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