Trump verärgert die KatholikenUS-Regierung streicht katholischem Hilfsprojekt Millionen

Rund ein Fünftel der erwachsenen US-Amerikaner sind Katholiken. Mit dieser Gruppe scheint es sich Präsident Trump gerade zu verscherzen. Nach der Fehde mit dem Papst dürfte eine Entscheidung seiner Regierung die Beziehungen weiter verschlechtern.
Inmitten eines Streits mit der katholischen Kirche wegen Kritik von Papst Leo XIV. am Iran-Krieg sowie blasphemisch anmutenden Social-Media-Beiträgen von Präsident Donald Trump kürzt die US-Regierung offenbar öffentliche Mittel für katholische Hilfsprojekte. Wie die Zeitung "Miami Herald" berichtet, kündigte die Trump-Regierung Ende März einen Vertrag im Wert von elf Millionen US-Dollar mit "Catholic Charities" in Miami zur Unterbringung und Betreuung von Migrantenkindern, die allein in die USA einreisen.
Damit sei eine Beziehung zwischen der katholischen Kirche und der US-Regierung beendet worden, die bis zur Ankunft der ersten kubanischen Exilanten in Südflorida vor mehr als 60 Jahren zurückreicht, hieß es. Die Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen der Regierung und den amerikanischen Katholiken aufgrund der heftigen Kritik von Präsident Donald Trump am ersten amerikanischen Papst des Vatikans, Leo XIV.
Der Pontifex habe den Widerstand gegen den Krieg der USA gegen den Iran sowie die Sorge um das Wohlergehen von Migranten zu einem Eckpfeiler seines Pontifikats gemacht, hieß es. Das Office of Refugee Resettlement, das zum US-Bundesministerium für Gesundheit und Soziales gehört, hatte die gemeinnützige Organisation "Catholic Charities" in Miami jahrelang dafür bezahlt, Migrantenkinder unterzubringen, die ohne Eltern oder Aufsicht durch Erwachsene in die USA einreisen.
Zuletzt hatte Trump auch den Unmut anderer Christen auf sich gezogen. Während seiner Kampagne gegen den in Chicago geborenen Papst hatte er auf seiner Plattform Truth Social ein für Christen pikantes KI-Bild geteilt: In weißem Gewand und rotem Umhang legt Trump einem Mann im Krankenbett seine heilende Hand auf die Stirn. Eine Frau betet, im Hintergrund fliegen Kampfflugzeuge, und die Freiheitsstatue thront neben der amerikanischen Flagge. Inzwischen ist das Bild, in dem Trump trotz gegenteiliger Beteuerungen offensichtlich als Jesus-Figur dargestellt wird, gelöscht.
In den USA äußerten sich mehrere einflussreiche Geistliche in den vergangenen Tagen mindestens besorgt über Trumps Verhalten. "Ich bin bestürzt", sagte Erzbischof Paul Coakley als Vorsitzender der US-Bischofskonferenz. Erzbischof Alexander Sample aus Portland wurde auf X deutlicher: "In den letzten Wochen, während der heiligsten Zeit im christlichen Kalender, haben mich die Äußerungen von Präsident Trump zutiefst beunruhigt. Seine Äußerungen während der Karwoche und zu Ostern werden den Maßstäben nicht gerecht, die man sowohl von seinem Amt als auch von seinem bekundeten christlichen Glauben erwarten würde."
Auslöser für Trumps Fehde mit dem Papst war die Kritik des Pontifex am Iran-Krieg und insbesondere an der Drohung Trumps, die iranische Zivilisation zu zerstören. Auf Truth Social bezeichnete Trump den Papst als "schwach" bei der Kriminalitätsbekämpfung und "schrecklich" für die Außenpolitik. "Leo sollte sich als Papst zusammenreißen." Vor Journalisten sagte Trump später, er halte nicht viel von Leo. Die Entscheidung über die Mittelkürzung für das katholische Hilfsprojekt dürfte das Verhältnis zwischen Trump und den Katholiken weiter belasten. Rund ein Fünftel der erwachsenen US-Amerikaner sind Katholiken, in unterschiedlicher Ausprägung.