Politik

"Erfolgreiche Leben in den USA" US-Regierung will Milliarden für Evakuierte

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Die Milliarden sollen auch in die Versorgung von Flüchtlingen auf US-Militärstützpunkten im Ausland, wie Ramstein, fließen.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

6,4 Milliarden Dollar soll der US-Kongress für die Integration evakuierter Afghanen und humanitäre Hilfe bewilligen. Die Vereinten Nationen brauchen indes 606 Millionen US-Dollar für die nächsten Monate. Ihr Nothilfekoordinator sieht in den Taliban eine andere Bewegung, als sie es vor 20 Jahren waren.

Die US-Regierung fordert den Kongress zur Bewilligung von 6,4 Milliarden US-Dollar (5,3 Milliarden Euro) für die Versorgung und die Integration evakuierter Afghanen auf. Es gehe darum, ihnen zu helfen, in den USA "neue und erfolgreiche Leben aufzubauen", sagte ein leitender Mitarbeiter des Haushaltsamtes. Die Mittel sollten über einen Nachtragshaushalt für das Außen- und das Verteidigungsministerium bereitgestellt werden. Die Gelder sollen demnach auch für humanitäre Hilfe für Afghanen sowie für die Versorgung von Flüchtlingen auf US-Militärstützpunkten im Ausland, etwa im deutschen Ramstein, genutzt werden. Ob und in welchem Umfang der Kongress dem Antrag der Regierung zustimmen wird, ist noch offen.

Präsident Joe Bidens Demokraten kontrollieren das Repräsentantenhaus, im Senat dürften sie jedoch auch auf die Zustimmung einiger Republikaner angewiesen sein. Die Unterstützung für evakuierte Afghanen erfreut sich in den USA aber allgemein gesprochen breiter Unterstützung beider Parteien.

Der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Martin Griffiths, sieht unterdessen eine Möglichkeit der humanitären Zusammenarbeit mit den Taliban vor Ort. "Die Bewegung, mit der wir heute hier konfrontiert sind, ist - wie viele Leute mir gesagt haben - nicht die Bewegung, die wir gesehen haben", sagte Griffiths nach seinem Besuch in Afghanistan. Die militanten Islamisten seien nicht mehr so nach innen gerichtet wie vor 20 Jahren, als sie von der Macht vertrieben wurden. "Sie sind auch viel eher bereit und engagierter, die Versprechen zu halten, die sie machen oder gemacht haben", so Griffiths. Einer der Anführer der Gruppe habe die Vereinten Nationen auch um Hilfe und Orientierung gebeten.

Der Nothilfekoordinator war angesichts der drohenden humanitären Katastrophe nach Kabul gereist. Griffiths bekräftigte dabei den Willen der internationalen Gemeinschaft, Afghanistan mit Hilfsgütern zu versorgen, wie es hieß. Die Vereinten Nationen hatten am Freitag eine hochrangig besetzte Hilfskonferenz für Afghanistan angekündigt. Das Treffen auf Ministerebene soll am 13. September in Genf stattfinden. Die UN brauchen 606 Millionen US-Dollar für die nächsten vier Monate.

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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