Politik

Organisation plant Neuaufbau US-Waffenlobby NRA erklärt sich für bankrott

AP_20056858826070.jpg

Die Waffenlobby NRA ist strikt gegen strengere Waffengesetze.

(Foto: AP)

Seit Jahrzehnten kämpft die NRA in den USA gegen strengere Waffengesetze. Der Bundesstaat New York will dem Lobbyverband ein Ende bereiten. Um eine Auflösung zu verhindern, meldet die Organisation nun Konkurs an - um Zeit für einen Neuaufbau zu gewinnen.

Die einflussreiche US-Waffenlobbyorganisation National Rifle Association (NRA) geht in den Konkurs. Damit will die NRA nach eigenen Angaben einem drohenden Auflösungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft an ihrem Sitz in New York entgehen und sich für einen Neuanfang im Bundesstaat Texas rüsten. Die Non-Profit-Organisation beantragte vor einem Gericht in Dallas in Texas Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, was der Organisation Luft für einen Umbau gibt.

Ziel sei eine Umstrukturierung in eine texanische Organisation, wie es in einer Pressemitteilung hieß. In New York gebe es ein "korruptes politisches und regulatorisches Umfeld", schrieb sie. Der Bundesstaat New York hatte im August eine Klage gegen die NRA eingereicht mit dem Ziel, die Gruppe aufzulösen.

Generalstaatsanwältin Letitia James warf der Führung vor, Millionensummen abgezweigt zu haben. "Der Einfluss der NRA war so stark, dass die Organisation jahrzehntelang nicht kontrolliert wurde, während die Führungsriege Millionen in ihre eigene Tasche steckte", erklärte sie damals. Die NRA habe als "Brutstätte für Gier, Missbrauch und schamlosen Gesetzesbruch" gedient.

Private Vorteile?

Mehr zum Thema

In der Klage, die James in Manhattan eingereicht hat, wird behauptet, dass die NRA-Führungskräfte Familienreisen auf die Bahamas, Privatjets und teure Essen bezahlt haben. Durch Verstöße der NRA gegen die eigene Satzung sowie die Gesetze des Bundes und des Bundesstaates seien innerhalb von drei Jahren mehr als 64 Millionen Dollar abgeflossen. Dies habe dazu geführt, dass die NRA 2018 rote Zahlen geschrieben habe.

Die NRA nannte die Vorwürfe gegenstandslos und sprach von einem Angriff auf die verfassungsmäßigen Rechte von Waffenbesitzern. Sie steht traditionell den Republikanern von Präsident Donald Trump nahe, während James Demokratin ist. Die NRA setzt sich als Lobbygruppe für die in der US-Verfassung verankerten Rechte von Waffenbesitzern ein und veranstaltet unter anderem Kurse zum Umgang mit Schusswaffen. Kritiker werfen ihr vor, durch ihre Arbeit für die zahlreichen Schusswaffenopfer in den USA mitverantwortlich zu sein.

Quelle: ntv.de, jpe/rts