US-Wahl 2020

US-Präsident wählt frühzeitig "Habe für Typen namens Trump abgestimmt"

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Eine Stimme hat Donald Trump schon einmal sicher.

(Foto: REUTERS)

Am 3. November ist der offizielle Termin für die US-Präsidentschaftswahl. Doch schon jetzt haben mehr als 50 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben. Zu ihnen zählt auch der Amtsinhaber selbst. Doch im Gegensatz zu Otto-Normal-Bürgern dauert Trumps Besuch eines Wahllokals in Florida nur kurz.

US-Präsident Donald Trump hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, frühzeitig seine Stimme bei der Präsidentenwahl abzugeben. Trump suchte dafür ein Wahllokal in einer Bibliothek in West Palm Beach im Bundesstaat Florida auf. "Ich habe für einen Typen namens Trump abgestimmt", sagte er danach in die Fernsehkameras.

West Palm Beach an Floridas Atlantikküste ist neben dem Weißen Haus Trumps offizieller Wohnort. Der einst in New York gemeldete Immobilienmogul besitzt dort ein Golfresort. "Es war eine sehr sichere Abstimmung. Viel sicherer als wenn man einen Stimmzettel abschickt, das kann ich ihnen sagen", sagte Trump. Er spielte damit auf das Thema Briefwahlen an, durch die es ebenfalls möglich ist, seine Stimme abzugeben.

Florida gehört zu den Bundesstaaten, die ihre Einwohner bereits vor dem offiziellen Wahltermin am 3. November abstimmen lassen. Bisher gaben bereits mehr als 50 Millionen Menschen ihre Stimme in Wahllokalen oder per Brief ab. Bei der Präsidentenwahl 2016 hatten insgesamt knapp 139 Millionen Amerikaner abgestimmt. Angesichts der Corona-Krise nutzen mehr Menschen als sonst die Möglichkeit zur frühen Stimmabgabe.

Nachdem es in den vergangenen Monaten die Sorge gab, dass per Brief abgeschickte Stimmzettel nicht rechtzeitig ankommen könnten, nehmen viele Menschen stundenlange Wartezeiten in Kauf, um persönlich abzustimmen. Das war zum Beispiel in New York der Fall, wo am Wochenende Wahllokale für frühe Abstimmungen öffneten. Trump behauptet seit Monaten, dass mit massenweise per Post verschickten Stimmzetteln die Gefahr von Wahlfälschungen drastisch steige. Experten und Wahlbehörden betonen unterdessen, dass es dafür keine Belege gebe. Die Demokraten warnen vor einem Versuch des republikanischen Präsidenten, auf diese Weise Zweifel am Wahlausgang zu säen.

Biden führt nach wie vor in den Umfragen

Bei der vergangenen Präsidentenwahl vor vier Jahren hatten insgesamt gut 47 Millionen US-Bürger die Möglichkeit zur frühen Stimmabgabe genutzt. Diesmal sind es bis dato nach Daten des "U.S. Elections Project" des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida 56 Millionen. Von ihnen hätten knapp 17,5 Millionen persönlich abgestimmt und rund 38,5 Millionen per Brief.

Trump hatte bei einem Wahlkampfauftritt in Florida am Freitag noch gescherzt, dass er sich, wenn nötig, auch zwei Stunden lang für die Stimmabgabe anstellen würde. Tatsächlich hatte der Secret Service das Wahllokal bereits Stunden vor dem Eintreffen des Präsidenten abgesichert, wie der TV-Sender CNN berichtete. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Straße davor komplett abgeriegelt war. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany bestätigte mitreisenden Journalisten, dass keine anderen Wähler in der Bibliothek waren.

*Datenschutz

Trump liegt zehn Tage vor dem Wahltermin in Umfragen hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden zurück. Der Präsident versucht, mit Wahlkampfauftritten in möglicherweise entscheidenden Bundesstaaten eine Wende einzuleiten. Allein für heute setzte er gleich drei Auftritte in North Carolina, Ohio und Wisconsin an. Ungeachtet der wieder rapide steigenden Corona-Infektionszahlen versammeln sich für die Trump-Reden Tausende Anhänger, viele von ihnen tragen keine Masken.

Biden will heute zweimal in Pennsylvania sprechen, bei einem der Auftritte soll der Sänger Jon Bon Jovi dazustoßen. Der Demokrat setzt in der Corona-Krise auf kleine Events mit strikten Abstandsregeln. Unter anderem sitzen seine Anhänger dabei oft in ihren Autos auf Parkplätzen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP