US-Wahl 2020

46. Präsident der USA Joe Biden besiegt Donald Trump

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Joe Biden wird der 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein.

(Foto: AP)

Nach einem zähen Auszählungsmarathon gewinnt der Demokrat Joe Biden den Bundesstaat Pennsylvania und damit die Präsidentschaftswahl in den USA. Der Wahlsieg ist historisch. Amtsinhaber Donald Trump erkennt seine Niederlage nicht an.

Prognosen von wichtigen Nachrichtenmedien in den USA beenden die Zeit der Unsicherheit - zumindest vorläufig: Sie haben Präsidentschaftskandidat Joe Biden übereinstimmend zum Sieger im Schlüsselstaat Pennsylvania erklärt. Damit hat der Demokrat genug Wahlmänner und -frauen zusammen, um die Wahl insgesamt gewonnen zu haben. Nach Lage der Dinge wird Biden am 20. Januar als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.

Der noch amtierende Präsident Donald Trump erkennt seine Wahlniederlage allerdings nicht an. "Fakt ist: Die Wahl ist noch lange nicht vorbei", erklärte Trump. Biden stelle sich "fälschlicherweise" als Sieger dar und werde dabei von seinen "Medien-Verbündeten" unterstützt.

Biden schrieb auf Twitter: "Amerika, ich fühle mich geehrt, dass ihr mich ausgewählt habt, um unser großartiges Land zu führen." Er versprach, "ein Präsident für alle Amerikaner" zu sein, "ob ihr mich gewählt habt oder nicht". Um 2 Uhr nachts deutscher Zeit will Biden sich an die Nation wenden. Normalerweise tritt der Wahlsieger erst nach der concession speech des Verlierers auf. Bei dieser Wahl war jedoch nicht viel normal.

"Geehrt und demütig"

Auf seiner Webseite reagierte Biden "geehrt und demütig" auf das Wahlergebnis. Jetzt sei es an der Zeit, "die harte Rhetorik hinter uns zu lassen und als eine Nation zusammenzukommen". Es sei "Zeit für Amerika, sich zu vereinen. Und Wunden zu heilen".

Bidens Wahlsieg ist in mehrfacher Hinsicht historisch. Seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, wird die erste Frau und die erste Woman of Color in diesem Amt sein. Ihr Mann wird der erste Mann sein, der die Rolle der "Second Lady", für die es noch keine männliche Bezeichnung gibt, ausfüllt. Harris postete einen kurzen Film auf Twitter, der sie mutmaßlich beim Telefonat mit Biden zeigt: "We did it, Joe", sagt sie darin - wir haben es geschafft.

In Fernsehbildern bei CNN war zu sehen, wie Menschen in Washington und New York feierten - vermutlich nicht so sehr den Wahlsieg von Joe Biden und Kamala Harris, sondern das Ende der Präsidentschaft von Donald Trump.

Aufholjagd in Pennsylvania

Die Prognosen, die Biden zum Präsidenten erklärten, kommen unter anderem von der Nachrichtenagentur AP, der traditionell eine wichtige Rolle bei der Ausrufung der Ergebnisse von  US-Präsidentschaftswahlen zukommt, sowie von der "New York Times" und den TV-Sendern CNN und Fox News. Damit hat auch der einstige Lieblingssender des amtierenden Präsidenten Donald Trump den Demokraten Biden als Wahlsieger ausgerufen.

Vorausgegangen war eine spektakuläre Aufholjagd bei der Auszählung der Stimmen. Trump hatte am Mittwochmorgen (Ortszeit) noch mit mehr als 600.000 Stimmen in Pennsylvania vorne gelegen. Das lag daran, dass in dem Ostküstenstaat zunächst die Stimmen vom Wahltag gezählt wurden - und die fielen mehrheitlich für Trump aus. Die Früh- und Briefwahlstimmen, die überwiegend Biden zufielen, wurden erst später ausgewertet. Bei der Wahl 2016 hatte sich Trump in Pennsylvania noch knapp durchsetzen können. Er lag nur 0,7 Prozentpunkte vor seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton.

Offiziell - vergleichbar etwa mit dem "vorläufigen amtlichen Endergebnis" einer Bundestagswahl - ist die Verkündung des Wahlergebnisses durch CNN und AP nicht. Allerdings ist dieses Vorgehen in den USA üblich, wo die Ergebnisse von Präsidentschaftswahlen in den einzelnen Bundesstaaten von den großen Medienorganisationen verfolgt und verkündet werden. Das amtliche, offizielle Wahlergebnis wird noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Das weitere Prozedere sieht so aus: Am 14. Dezember treffen sich die Wahlmänner und -frauen in den Hauptstädten der einzelnen Bundesstaaten, um ihre Stimme abzugeben. Bis dahin hätte Trump Zeit, das Wahlergebnis anzufechten. Die Ergebnisse der Wahl des "electoral college" müssen 23. Dezember in Washington eintreffen. Bis zum 20. Januar, dem Tag der Vereidigung, bleibt der scheidende Präsident üblicherweise im Weißen Haus wohnen.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/AFP

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