US-Wahl 2020

Über Nacht ergraut Trumps Auftritt wirft Fragen auf

Die Haltung gebückt, der Schritt schleppend, die Haare plötzlich grau. Nach dem ersten Auftritt des amtierenden US-Präsidenten wird im Netz heiß debattiert, ob die Niederlage Trump härter zugesetzt hat, als er bisher einräumt. Und wieder ist das Land gespalten: Die einen spotten, die anderen machen sich Sorgen.

Die erste öffentliche Ansprache von Donald Trump seit mehr als einer Woche hat für viel Gesprächsstoff gesorgt: Der US-Präsident trat mit ungewohnt grauer Haarfarbe vor die Kameras im Rosengarten des Weißen Hauses. Zuschauer fragten sich weltweit, wo auf einmal die blonde Tolle des Republikaners geblieben ist. In den sozialen Netzwerken brach eine Welle von Fragen los, warum sich der 74-Jährige wohl nicht mehr die Haare gefärbt hat. Eine Antwort gab Trump nach seinem Auftritt am Freitag nicht. Fragen der eingeladenen Journalisten ließ er weder zu diesem noch zu anderen Themen zu.

Am 6. November war der Amtsinhaber bei seinem bislang letzten Pressetermin noch mit deutlich blonder Haarfarbe zu sehen gewesen. Tage danach gab es eine Kranzniederlegung am Tag der Veteranen - bei strömendem Regen auf dem Nationalfriedhof von Arlington schien Trumps Haarfarbe am Mittwoch weniger blond als zuvor, aber nicht so grau wie am Freitag.

"Hat sein Haar die Realität eher erkannt als er selbst?", fragte eine Twitter-Nutzerin in Anspielung auf Trumps Wahlniederlage und seine wiederholten Vorwürfe, dass es bei der Abstimmung am 3. November nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Ein anderer witzelte, Trump wolle jetzt seinem siegreichen Herausforderer Joe Biden gleichen. Der Präsident weigert sich beharrlich, den Wahlsieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden anzuerkennen.

Auch auf Facebook bewegte Trumps Haarfarbe die Gemüter. Dort wurde auch besorgt nach dem Befinden des Wahlverlierers gefragt - und seine Haarfarbe neben der bedrückten Miene und dem langsamen Gang des Präsidenten als weiteres Indiz dafür gewertet, dass ihm die Wahlniederlage offenbar mächtig zu schaffen mache.

Erste Zweifel am eigenen Wahlsieg

Bei seiner Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses ließ Trump auch erstmals seit der Wahl Zweifel an der bisher von ihm gezeigten Siegesgewissheit erkennen. "Diese Regierung wird keinen Lockdown machen", sagte Trump bei Ausführungen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus. "Hoffentlich wird die - was immer in der Zukunft passiert, wer weiß, welche Regierung es sein wird, ich denke, das wird sich zeigen. Aber ich kann Ihnen versichern, diese Regierung wird keinen Lockdown machen."

US-Sender hatten zuvor berichtet, Trump-Herausforderer Joe Biden habe bei der Wahl am Dienstag vergangener Woche nach ihren Erhebungen 306 Wahlleute gewonnen - deutlich mehr als die für einen Sieg erforderlichen 270.

Quelle: ntv.de, mau/dpa