Politik

Erste Impfungen im November? USA bereiten Verteilung von Impfstoff vor

ad326945a09da6ebc6972a5b1334f227.jpg

Eine Versuchsperson erhält eine Spritze mit einem potenziellen Impfstoff.

(Foto: dpa)

US-Präsident Trump zufolge könnte in wenigen Wochen ein Corona-Impfstoff zugelassen werden. Und dann soll es schnell gehen. Bestimmte Berufsgruppen haben Vorrang, heißt es aus Washington. Die breite Bevölkerung dürfte noch deutlich länger warten müssen.

Die US-Regierung hat einen Plan zur zukünftigen Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffs im Land vorgelegt. Demnach soll der Impfstoff bereits innerhalb von 24 Stunden nach einer Freigabe durch die US-Arzneimittelbehörde FDA in Verteilungszentren transportiert werden, hieß es in den vorgelegten Dokumenten. Die Impfung werde den Bürgern dann nach und nach weitgehend umsonst zur Verfügung gestellt. Priorität hätten dabei unter anderem Mitarbeiter des Gesundheitssystems.

Erste Impfungen könnte es im November oder Dezember geben, schätzte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield. "Wenn Sie mich fragen, wann das für die gesamte amerikanische Bevölkerung verfügbar sein wird, damit wir die Impfung nutzen und zu unserem normalen Leben zurückkehren können, dann schauen wir, denke ich, in Richtung des späten zweiten oder des dritten Quartals 2021", sagte er während einer Senatsanhörung in Washington.

Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, er rechne in einigen Wochen mit einem Impfstoff. Dabei hatte er jedoch unterschiedliche Zeitangaben gemacht. "Wir stehen kurz davor, einen Impfstoff zu haben", hatte er im Fernsehsender ABC News gesagt. "Wir könnten ihn innerhalb von Wochen haben - es könnte in drei Wochen, vier Wochen sein." Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump im Sender Fox gesagt, er rechne innerhalb von vier bis acht Wochen mit einem Impfstoff. Die Pharmakonzerne Pfizer und BionTech hatten vergangene Woche bekräftigt, bei erfolgreichen Ergebnissen ihrer Phase-3-Studie eines gemeinsamen Impfoffkandidaten bereits im Oktober die Zulassung zu beantragen.

Trump kämpft um Wiederwahl

Die USA befinden sich mitten im Wahlkampf: In weniger als zwei Monaten entscheiden die US-Bürger, ob Trump im Amt bleibt. Dieser steht wegen der anhaltenden Corona-Krise in den USA enorm unter Druck. Die oppositionellen Demokraten äußerten bereits die Befürchtung, dass Trump massiven Druck auf Forscher und Gesundheitsbehörden ausübt, damit möglichst bald ein Impfstoff zugelassen wird.

Die USA sind mit fast 200.000 Toten das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Trump wird vorgeworfen, die Gefahr durch den neuartigen Erreger lange unterschätzt zu haben und die Bürger immer wieder mit Äußerungen über angeblich vielversprechende Behandlungsmethoden in die Irre zu führen.

In der ABC-Sendung, in der Wähler in Pennsylvania dem Präsidenten Fragen stellen konnten, wiederholte Trump eine seiner umstrittensten Äußerungen. Das Coronavirus werde irgendwann von alleine wieder "verschwinden", sagte der Präsident. "Es würde auch ohne Impfstoff weggehen, aber mit dem Impfstoff wird es viel schneller weggehen."

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP/rts