"Werden tun, was nötig ist"USA glauben nicht an friedliche Einigung mit Kuba

Die Trump-Regierung versucht, das kubanische Regime zu beseitigen. Ähnlich wie im Iran ist man jedoch auch in Havanna nicht gewillt, auf US-Druck hin abzutreten. Ein militärischer Schlag wird wahrscheinlicher.
US-Außenminister Marco Rubio sieht kaum Chancen auf eine friedliche Einigung mit Kuba. Zwar bevorzuge die Regierung in Washington stets eine Verhandlungslösung, sagte Rubio. Angesichts der aktuellen Führung in Havanna sei die Wahrscheinlichkeit dafür jedoch gering.
Sollte es zu einem Umdenken kommen, stehe Washington bereit, so der Außenminister. "Bis dahin werden wir tun, was nötig ist", erklärte er vor seiner Abreise zu einem Nato-Treffen in Schweden. Er wies den Vorwurf zurück, die USA betrieben in Kuba ein "nation building", den Aufbau neuer Staatsstrukturen. Das Vorgehen diene vielmehr der nationalen Sicherheit der USA.
Am Vortag noch hatte Rubio die Bevölkerung Kubas in einem ungewöhnlichen Videoappell dazu aufgefordert, sich von der autoritären Staatsführung abzuwenden. Der US-Außenminister ist selbst Sohn kubanischer Einwanderer und äußerte sich in der Mitteilung auf Spanisch. "Präsident Trump bietet einen neuen Weg zwischen den USA und einem neuen Kuba an", so Rubio.
Trump strebt einen Machtwechsel in dem Karibikstaat an, der seit der Revolution von 1959 kommunistisch regiert wird. Die Beziehungen der beiden langjährigen Rivalen aus dem Kalten Krieg hatten am Mittwoch einen neuen Tiefpunkt erreicht: Die USA erhoben Mordanklage gegen den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro. Ungeachtet der Spannungen hat Kuba Rubio zufolge jedoch ein US-Angebot für humanitäre Hilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar angenommen.