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Iraner entfernten angeblich Mine USA veröffentlichen Video zu Schiffsangriff

Die Krise zwischen Washington und Teheran spitzt sich zu: Nach den Explosionen auf zwei Tankschiffen im Golf von Oman veröffentlicht das US-Militär ein brisantes Video. Dieses soll iranische Kampfeinheiten beim Entfernen einer nicht explodierten Mine zeigen.

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman hat das US-Militär ein Video veröffentlicht, das die iranischen Revolutionsgarden belasten soll. Das US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, teilte mit, das Video zeige, wie ein Boot der Revolutionsgarden auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufahre. Die Menschen an Bord des iranischen Schnellbootes vom Typ "Gaschti" seien dabei "beobachtet und aufgenommen" worden, wie sie eine nicht explodierte Haftmine wieder vom Schiffskörper entfernten.

Auf dem Video ist zu erkennen, wie sich Menschen an Bord eines Schnellbootes an der Wand eines Öltankers zu schaffen machen und von dort etwas zu entfernen scheinen. Das Boot fährt danach wieder weg von dem Tanker. Centcom sprach von einem "Haftminenangriff" im Golf von Oman. Die Vereinigten Staaten und die Internationale Gemeinschaft hätten kein Interesse an einem neuen Konflikt im Nahen Osten. "Wir werden unsere Interessen aber verteidigen."

Der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" bestritt derweil, dass sein Schiff von einem Torpedo getroffen worden sei. Insgesamt habe es zwei Angriffe im Abstand von einigen Stunden gegeben, sagte der Präsident der japanischen Firma Kokuka Sangyo bei einer Pressekonferenz in Tokio. Die Besatzungsmitglieder hätten noch vor der zweiten Explosion ein "fliegendes Objekt" gesehen, das auf sie zugesteuert sei. Am Donnerstag hatte er gesagt: "Der Tanker wurde von einer Art Granate angegriffen." Die Besatzung sei mittlerweile auf den Tanker "Kokuka Courageous" zurückgekehrt, sagte Yutaka Katada weiter.

Schwere Vorwürfe von beiden Seiten

Die USA machen den Iran für die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman verantwortlich. Betroffen waren ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, der einer japanischen Firma gehört, sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei. Beide Tanker wurden beschädigt, die Besatzungen wurden in Sicherheit gebracht.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Abend, Teheran sei für die Attacken verantwortlich. "Es ist die Einschätzung der USA, dass die Islamische Republik für die Angriffe verantwortlich ist", sagte Pompeo. Er lieferte keine konkreten Belege für seine Anschuldigung. Die US-Einschätzung stütze sich auf Geheimdiensterkenntnisse, die eingesetzten Waffen und den "Grad an Expertise", mit dem die Attacken ausgeführt worden seien.

Die iranische Regierung weist das zurück. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif warf den USA vor, die Öltanker-Vorfälle als Vorwand zu nehmen und eine "Sabotage-Diplomatie" gegen den Iran zu führen. "Mit einem Fetzen an Indizien haben die USA sofort den Iran beschuldigt ... damit ist klar, dass das amerikanische B-Team auf Plan B und auf Sabotage-Diplomatie umgeschaltet hat", schrieb Sarif auf Twitter.

Die Amerikaner wollen laut Sarif mit dem Plan B die Sanktionen und den "Wirtschaftsterrorismus" gegen den Iran überschatten. Mit dem B-Team meint Sarif das Team von US-Sicherheitsberater John Bolton, der laut Teheran nichts anderes als einen Regimewechsel im Iran plane und dafür sogar einen militärischen Konflikt provozieren würde.

Briten glauben US-Darstellung

Betroffen waren am Donnerstag ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, der einer japanischen Firma gehört, sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei. Beide Tanker wurden beschädigt, die Besatzungen wurden zunächst in Sicherheit gebracht. Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt, sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über sie läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Die Rohölpreise stiegen deutlich.

Der britische Außenminister Jeremy Hunt erklärte, sein Land werde zwar eine eigene Überprüfung der Vorfälle vornehmen. Zunächst vertraue man aber den Erklärungen des Verbündeten USA. Die Vorfälle seien "sehr besorgniserregend und kommen zu einer Zeit von ohnehin schon großen Anspannungen", erklärte Hunt. "Wir nehmen das sehr ernst und meine Botschaft an den Iran ist, dass, wenn sie darin verwickelt sind, es eine äußerst unkluge Eskalation ist, die eine ernste Gefahr für die Aussicht auf Frieden und Stabilität in der Region darstellt."

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

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