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Ankara droht Kurden USA wollen Syrien offenbar bis April verlassen

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Fahrzeuge einer US-Einheit in Syrien.

picture alliance/dpa

Im Dezember kündigt Präsident Trump den Rückzug des US-Militärs aus Syrien an. Einen konkreten Zeitplan nennt er dabei nicht. Laut einem Medienbericht soll der Abzug nun in den kommenden zwei Monaten vollzogen werden.

Das US-Militär bereitet sich laut einem Medienbericht darauf vor, die rund 2000 amerikanischen Soldaten in Syrien bis Ende April komplett abzuziehen. Ein wesentlicher Teil der Truppen solle das Land bereits Mitte März verlassen und der komplette Abzug bis Ende April vollzogen sein, sofern die Regierung von Präsident Donald Trump nicht ihren Kurs ändere, berichtet das "Wall Street Journal" unter Verweis auf amtierende und ehemalige Regierungsvertreter. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wollte sich nicht zum Zeitplan des Rückzugs äußern.

Trump hatte im Dezember angekündigt, die US-Soldaten in Syrien abzuziehen. Das löste international massive Kritik aus und nährte Sorgen vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat. Aus Protest gegen den Abzug war Verteidigungsminister Jim Mattis zurückgetreten. Später schränkte Trump seine Ankündigung stark ein und erklärte, der Abzug solle "vorsichtig" und in "angemessenem Tempo" vollzogen werden. Einen offiziellen Zeitplan hat Trump bislang nicht vorgelegt. Jedoch hatte im Januar ein Vertreter aus dem US-Verteidigungsbereich berichtet, die USA hätten mit dem Abzug von militärischem Material aus dem Bürgerkriegsland begonnen.

Ein Abzug der US-Truppen würde die Kräfteverhältnisse in der Region verändern. So hat die Türkei gedroht, im Norden Syriens militärisch gegen die kurdische YPG-Miliz vorzugehen, die sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation ansieht. Die YPG, die Gebiete an der Grenze zur Türkei beherrscht, hat die USA aber entscheidend im Kampf gegen den IS unterstützt und würde bei einem Abzug des mächtigen Verbündeten unter Druck geraten. Trumps Regierung hat sich bislang nicht mit Ankara auf den Schutz der Kurden einigen können. Aus Sorge vor einer türkischen Offensive rief die YPG daher Ende Dezember den syrischen Machthaber Assad zu Hilfe, der Truppen in die Grenzregion entsandte.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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