Politik

"Prahlerei" oder Überwachung? Ukraine ermittelt in Trumps Umfeld

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Die frühere US-Botschafterin Yovanovitch wurde womöglich illegal überwacht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die US-Demokraten ermitteln gegen Donald Trump wegen seiner möglichen Verstrickung mit der Ukraine. Nun ermittelt auch die Ukraine selbst in Trumps Umfeld. Dabei geht es um den Vorwurf der Spionage.

Die Ukraine hat Ermittlungen wegen einer möglichen illegalen Überwachung der früheren US-Botschafterin Marie Yovanovitch eingeleitet. Die Polizei wolle feststellen, ob ukrainisches oder internationales Recht zum Schutz von Diplomaten verletzt worden sei, teilte die Behörde mit. Gleichzeitig werde nicht ausgeschlossen, dass dies eine "Prahlerei oder eine Falschinformation" in einem informellen Gespräch zweier US-Staatsbürger gewesen sein könnte.

Zuvor hatte die "Washington Post" eine Chat-Unterhaltung veröffentlicht, aus der hervorgehen könnte, dass ein Kongresskandidat der Republikanischen Partei die ehemalige Botschafterin der USA in der Ukraine, Maria Yovanovitch, abgehört und überwacht haben könnte.

Erst am Dienstag hatten US-Demokraten Dokumente veröffentlicht, die zeigen sollen, dass Trumps Anwalt Rudy Giuliani gemeinsam mit einem Geschäftspartner und ukrainischen Vertretern versucht haben soll, Yovanovitch aus dem Amt zu drängen. Sie wurde schließlich von Trump abberufen.

Cyberpolizei ermittelt in weiterem Fall

Parallel dazu ermittelt die ukrainische Cyberpolizei in einem weiteren Fall, der damit im Zusammenhang stehen könnte. Dabei gehe um den angeblichen Versuch eines russischen Geheimdienstes, die Mail-Server des Gasunternehmens Burisma zu hacken.

Beide Verfahren stehen im Zusammenhang mit dem laufenden Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump. Dieser soll den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefongespräch unter Druck gesetzt haben.

Kiew sollte demnach Ermittlungen wegen Korruption gegen den Sohn des möglichen Kandidaten der Demokratischen Partei, Joseph Biden, wieder aufnehmen. Hunter Biden war zwischen 2014 und 2019 Vorstandsmitglied von Burisma. Die US-Präsidentenwahl ist für November dieses Jahres geplant.

Quelle: ntv.de, mra/dpa