Politik

Selenskyj schickt Experten Ukraine hilft bei der Drohnenabwehr im Iran-Krieg

08.03.2026, 23:13 Uhr
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2026-03-08-12-10-29-Kiew-Der-ukrainische-Praesident-Wolodymyr-Selenskyj-auf-einer-Pressekonferenz-mit-Premierminister-Rob-Jetten-Jettens-Plan-fuer-seinen-ersten-Arbeitsbesuch-in-der-Ukraine-umfasst-mehrere-Treffen-und-den-Besuch-eines-beschaedigten-Wohnkomplexes
Laut Wolodymyr Selenskyj werden die ukrainischen Experten "helfen, denn sie kommen direkt mit Möglichkeiten". (Foto: picture alliance / ANP)

Die Ukraine kämpft selbst ums Überleben - und hilft trotzdem den Partnern. Nach einer Hilfsanfrage der USA und der Golfstaaten schickt Selenskyj Drohnenabwehr-Experten mit "notwendigen Mitteln" in die Region. Der ukrainische Präsident hofft auf eine Gegenleistung.

Die Ukraine wird nach den Worten ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schon in den nächsten Tagen Drohnenabwehr-Experten in die Staaten der Golfregion entsenden. Das kündigte Selenskyj bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem neuen niederländischen Regierungschef Rob Jetten an, der zu einem Kurzbesuch nach Kiew gekommen war. "Es ist noch zu früh, um über andere Details zu sprechen", meinte Selenskyj. "Nächste Woche, wenn die Experten vor Ort sind, werden sie sich umsehen und helfen, denn sie kommen direkt mit Möglichkeiten."

"Die Länder der Region und die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich an die Ukraine um Unterstützung gewandt - wir werden ihnen die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, vor allem natürlich das Fachwissen und die Erfahrung unseres Militärs, um sich vor 'Shaheds', Marschflugkörpern und Ähnlichem zu schützen", sagte Selenskyj. Die Ukraine hat Abwehrdrohnen entwickelt, die kostengünstiger sind als die teuren Flugabwehrraketen, die im Moment gegen iranische Kampfdrohnen vom Typ Shahed eingesetzt werden.

Im Gegenzug forderte Selenskyj indirekt weitere Hilfe der Unterstützer seines Landes. Die Hilfeleistung seines Landes im Krieg am Golf sollte für Europa und die USA ein Anstoß sein, "das zu tun, was für die gemeinsame Sicherheit auf unserem Kontinent notwendig ist". Selenskyj hatte zuletzt mehrfach erklärt, dass eine Hilfeleistung der Ukraine im Nahen Osten nicht zulasten der eigenen Verteidigung gehen dürfe.

Selenskyj hatte vor wenigen Tagen einen Tausch ukrainischer Abfangdrohnen gegen Raketen des Flugabwehrsystems Patriot ins Spiel gebracht. Im Iran-Krieg seien angeblich in drei Tagen mehr als 800 Patriot-Raketen verschossen worden, sagte er. So viele habe die Ukraine in mehr als vier Jahren des russischen Angriffskrieges nicht zur Verfügung gehabt. Er sprach von einem zukünftigen Dialog über zusätzlich zu produzierende Mengen an Abfangdrohnen, die dann gegen Patriot-Raketen eingetauscht werden sollen.

Die teure Munition für die in den US-produzierten Patriot-Systeme ist weltweit knapp. Die Ukraine fürchtet, angesichts des hohen Verbrauchs im Iran-Krieg als Empfänger der Raketen ins Hintertreffen zu geraten. Die Patriots sind aber das zuverlässigste Abwehrmittel gegen russische ballistische Raketen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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