Politik

Seit Kriegsbeginn Ukraine meldet 100.000 "eliminierte" russische Soldaten

277304830.jpg

Im Ukraine-Krieg scheint Russland alles zu tun, um amtliche Opferzahlen niedrig zu halten - offiziell sind weniger als 6000 russische Soldaten in der Ukraine gefallen.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Im Ukraine-Krieg erleiden beide Seiten hohe Verluste. Auf russischer Seite sollen laut ukrainischen Angaben mittlerweile mehr als 100.000 Soldaten eliminiert worden sein. Mit offiziellen Angaben hält sich der Kreml zurück. Zuletzt war die Sprache von nur 6000 getöteten Militärangehörigen.

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Generalstabs in seinem Krieg nun mehr als 100.000 Soldaten verloren. Das ukrainische Militär sprach in einer Mitteilung davon, dass 100.400 russische Soldaten "eliminiert" worden seien. Das kann nach Einschätzung unabhängiger Medien bedeuten, dass sie getötet oder so schwer verletzt wurden, dass sie aus dem Kriegsdienst ausscheiden mussten. Von unabhängiger Seite sind die Angaben nicht zu prüfen.

Russland hatte zuletzt von rund 6000 getöteten Soldaten in den eigenen Reihen gesprochen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte die Zahl von 5937 getöteten Soldaten im September genannt. Unabhängige russische Medien haben derweil schon mehr als 10.000 russische Gefallene namentlich identifiziert.

Die Ukraine nennt selbst keine eigenen Verluste in den täglichen Militärberichten. Das Präsidentenamt in Kiew hatte zuletzt von mehr als 10.000 getöteten ukrainischen Soldaten gesprochen. Die Kriegsparteien informieren zwar täglich über die so von unabhängiger Seite nicht nachprüfbaren "Verluste" der Gegenseite, aber selten über getötete oder verletzte Soldaten in den eigenen Reihen.

Von der Leyen nennt Zahlen und empört Kiew

Vor wenigen Wochen irritierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit der Aussage: "Es wird geschätzt, dass bisher mehr als 20.000 Zivilisten und mehr als 100.000 ukrainische Militärangehörige getötet worden sind." Die Aussage wurde bei Twitter hochgeladen und sorgte gleichermaßen für Verwunderung und Empörung in Kiew. Inzwischen ist der Beitrag wieder gelöscht.

Die Ukraine stellte klar, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj offizielle Daten publik machen werde, "wenn der richtige Moment" gekommen sei, da es sich um eine sensible Information handle. Nur der Oberkommandierende der Streitkräfte, der Verteidigungsminister oder der Präsident könne belastbare Zahlen über die Verluste veröffentlichen, betonte Präsidentensprecher Serhij Nykyforow.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen