Politik

"Krim verwandelt sich in Insel"Ukraine meldet 116 Treffer auf russische Schiffe binnen neun Tagen

14.07.2026, 13:19 Uhr
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Die ukrainische Armee veröffentlichte ein Video, das die Angriffe zeigen soll. (Foto: telegram.me/robert_magyar)

Die Ukraine intensiviert nicht nur ihre Drohnenangriffe auf Raffinerien in Russland. Innerhalb von etwas mehr als einer Woche greift die Armee nach eigenen Angaben bereits 116 Schiffe im Asowschen Meer an. Dahinter steckt eine ausgeklügelte Strategie.

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben in der vergangenen Nacht elf russische Schiffe im Asowschen Meer angegriffen. Unter den Zielen seien fünf Tanker, fünf Frachtschiffe und ein Schlepper, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdy, auf Telegram mit. Von russischer Seite gab es dazu keine Angaben. Wie schwer die Schiffe getroffen wurden, ist nicht bekannt. Browdy veröffentlichte ein Video, das die Angriffe zeigen soll.

Damit steige die Zahl der in den vergangenen neun Tagen getroffenen Schiffe auf 116, schrieb Browdy weiter. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Allerdings sind in den vergangenen Tagen Dutzende Treffer beobachtet worden, die Schiffe im Asowschen Meer manövrierunfähig gemacht haben.

Die Angriffe auf Tanker sind Teil einer Kampagne, um den russischen Streitkräften in der besetzten Ukraine den Treibstoff zu entziehen und die bereits 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim zu isolieren. In den vergangenen Wochen intensivierte die Ukraine zudem massiv ihre Angriffe auf Ölraffinerien in ganz Russland. Dies führte zu einer schweren Treibstoffkrise in Russland.

Nach Darstellung Browdys zielen die Angriffe insbesondere auf kleinere Tanker der sogenannten Schattenflotte, die als Zubringer fungieren. Diese Schiffe transportieren Öl aus russischen Häfen über den Wolga-Don-Kanal und das Asowsche Meer zu größeren Tankern, die wegen ihres Tiefgangs nicht direkt an Terminals anlegen können und im Schwarzen Meer beladen werden. Werden diese Zubringer außer Gefecht gesetzt, wird der Export von Öl erheblich erschwert. Zugleich beeinträchtigen beschädigte Tanker und Schlepper den Transport von Treibstoff auf die Krim, der über das flache Asowsche Meer läuft, und erhöhen damit den Druck auf alternative Lieferwege per Straße und Schiene, die ebenfalls unter ukrainischem Beschuss stehen.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte Mitte Juni eine Isolation der Halbinsel Krim mittels Drohnenangriffen angekündigt. "Es sieht so aus, als ob sich die Krim in Kürze in eine Insel verwandelt", sagte er in einem Interview. Für die Ukraine öffne sich mit den Angriffen auf die russischen Nachschublinien ein "Fenster der Möglichkeiten". "Für die Russen beginnt eine Hölle, die sie nur schwerlich meistern werden", kündigte Fedorow an.

Quelle: ntv.de, uzh

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