Politik

1400 Kilometer hinter der FrontDrohnenangriff trifft eine der größten Raffinerien Russlands

14.07.2026, 12:04 Uhr
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Fotos in Telegramkanälen zeigen dicken Rauch über Salawat. (Foto: telegram.me/exilenova_plus)

Seit Wochen greift die Ukraine in ihrem Abwehrkampf Ölraffinerien in ganz Russland an. Die Attacken lösen eine massive Treibstoffkrise im feindlichen Land aus. Immer wieder gelingen der ukrainischen Armee Treffer weit von der Grenze entfernt - wie jetzt in Baschkortostan am Uralgebirge.

Die Ukraine hat in der Nacht zwei Ölraffinerien in Russland mit Drohnen angegriffen. Die Behörden der Regionen Baschkortostan in der Nähe des Uralgebirges und Krasnodar im Süden des Landes bestätigten die Angriffe.

"Es gibt einige Rauchherde, die durch das Herabstürzen von Drohnentrümmern hervorgerufen wurden", teilte der Gouverneur von Baschkortostan, Radij Chabirow, auf Telegram mit. Er sprach von einer massiven Attacke auf das Industriegebiet in der Stadt Salawat. Tote und Verletzte gibt es seinen Angaben nach nicht. Die Feuerwehr setze die Löscharbeiten fort. Medienberichten zufolge sind die Brände in der Ölverarbeitungsanlage ausgebrochen. Außerdem soll ein Öldepot in Flammen stehen. Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zeigen riesige schwarze Rauchsäulen über dem Industriegebiet.   

Salawat liegt mehr als 1400 Kilometer von der Front entfernt. Die zum Ölkonzern Gazpromneft gehörende Raffinerie ist eine der größten Russlands und hat eine Verarbeitungskapazität von mehr als sieben Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Im September 2025 wurde sie bereits zweimal angegriffen. Nach Angaben Chabirows arbeitete sie anschließend aber weiter störungsfrei.

Derweil meldete der Krisenstab der südrussischen Region Krasnodar einen weiteren Angriff auf die Raffinerie nahe der Siedlung Afipskaja. Die Anlage sei in Brand geraten, teilte der Stab auf seinem Telegram-Kanal mit. Details zu den Schäden gibt es bislang nicht.

Die Ukraine hat in den letzten Monaten ihre Drohnenangriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland verstärkt. Dabei gelingen der ukrainischen Armee immer wieder Treffer auch im tiefen Hinterland, Tausende Kilometer von der Ukraine entfernt. Die Folgen sind deutlich spürbar. Die Ölverarbeitung ist auf den tiefsten Stand seit mehr als 20 Jahren gefallen. Viele Tankstellen sind leer, andere geben Treibstoff nur noch in begrenzten Mengen aus. Autofahrer müssen lange anstehen, um überhaupt tanken zu können.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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