Angriff auf russische LogistikUkraine meldet Zerstörung wichtiger Eisenbahnbrücke auf der Krim

Mit Drohnen attackiert die Ukraine eine wichtige Nachschubroute des russischen Militärs auf der Krim. Spezialkräfte und Partisanen nehmen eine Eisenbahnbrücke nahe der Ortschaft Rosdolne ins Visier. Die Strecke verbindet das russische Festland mit der besetzten Halbinsel.
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben eine Eisenbahnbrücke auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim zerstört. Die Brücke über den Nord-Krim-Kanal sei ein strategisch wichtiger Übergang gewesen, der für die Logistik der russischen Truppen große Bedeutung gehabt habe, teilte das Militär mit.
Auf Telegram erklärten die ukrainischen Spezialkräfte zu einem Video, sie hätten in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Untergrund-Widerstandsbewegung zwei Angriffe auf die Brücke in der Nähe des Dorfes Rosdolne ausgeführt. Demnach erfolgte die erste Attacke mit Mittelstreckendrohnen in der Nacht zum 22. Juni. Dabei seien die Gleise schwer beschädigt worden, wodurch der Zugverkehr auf dem Abschnitt vollständig zum Erliegen gekommen sei. Zudem sei einer der Brückenpfeiler eingestürzt.
Später hätten ukrainische Partisanen die Ankunft von Reparaturfahrzeugen gemeldet, woraufhin ein zweiter Angriff durchgeführt worden sei. In der vergangenen Nacht hätten Drohnen dann die eingetroffenen Reparaturgeräte sowie die Überreste der Brücke unter Feuer genommen.
Die attackierte Brücke ist Teil der Eisenbahnverbindung Kertsch-Cherson, die die Halbinsel über die Krim-Brücke mit dem russischen Festland verbindet. Die ukrainischen Spezialkräfte bezeichnen die Brücke als wichtige Logistikader der russischen Truppen. "Das Bauwerk war Teil eines Transportkorridors, über den Fracht, Ressourcen und militärisches Material in zwei wichtige Richtungen befördert wurden", heißt es. Zum einen aus Russland über die Krim zur Versorgung der Verbände an der Südfront, zum anderen innerhalb der Halbinsel zur Aufrechterhaltung der dortigen militärischen Infrastruktur.
Der Angriff fügt sich in die aktuelle ukrainische Luftkampagne gegen russische Nachschub- und Infrastrukturziele ein. In den vergangenen Monaten konzentrierte sich Kiew mithilfe neuer Mittelstreckendrohnen verstärkt auf Angriffe gegen Flugplätze, Munitionslager, Treibstoffdepots, Eisenbahnanlagen und Kommunikationszentren im russisch kontrollierten Hinterland. Ziel ist es, die russische Logistik zu stören, die Versorgung der Front zu erschweren und Moskau dazu zu zwingen, zusätzliche Luftabwehrkräfte weit hinter der Frontlinie zu binden.