Politik

Russen feuern "von allen Seiten" Ukraine meldet nach Angriff Brand auf AKW-Gelände

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Das Atomkraftwerk Saporischschja ist das größte Europas.

(Foto: imago images / Ukrinform)

Das Atomkraftwerk Saporischschja ist Schauplatz von Kämpfen zwischen der russischen Armee und ukrainischen Einheiten. In der Nacht bricht auf der Anlage ein Feuer aus. Der ukrainische Außenminister warnt: Eine Explosion des AKW wäre "zehnmal größer als Tschernobyl".

Bei Kämpfen nahe Europas größtem Atomkraftwerk in der südukrainischen Großstadt Saporischschja ist in der Nacht nach Angaben der örtlichen Verwaltung ein Feuer ausgebrochen. Die Gefechte müssten aus Sicherheitsgründen sofort eingestellt werden, forderte der Bürgermeister der nahen Stadt Enerhodar, Dmytro Orlow, in der Nacht per Nachrichtendienst Telegram. Er hatte zuvor von etwa 100 russischen Militärfahrzeugen in dem Gebiet berichtet.

Der Leiter des Akws erklärte am frühen Morgen, dass Feuerwehrleute die Anlage inzwischen erreicht hätten, schrieb der Chef der regionalen Militärverwaltung, Oleksander Staruch, auf Facebook. Der Akw-Leitung zufolge sei das Feuer in einem Gebäude für Ausbildungsveranstaltungen und einem Labor ausgebrochen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte, nach Angaben der ukrainischen Regierung sei in der Umgebung der Anlage keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden. IAEA-Chef Rafael Grossi spreche mit dem ukrainischen Regierungschef Denys Schmyhal über die "ernste Situation" im Kernkraftwerk Saporischschja, rufe zur Einstellung der Gewalt auf und "warnt vor ernsthaften Gefahren, wenn Reaktoren getroffen werden", so die IAEA.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba warnte auf Twitter, sollte ein Reaktor der Anlage explodieren, würden die Folgen "zehnmal größer" sein als beim Atomunglück von Tschernobyl 1986.

Im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine war es am 26. April 1986 zu einer der schlimmsten Katastrophen bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie gekommen. Nach der Explosion eines Reaktorblocks des Atomkraftwerks verteilten sich radioaktive Stoffe über mehrere Tage über weite Teile Europas.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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