Politik

Deutschlands Austritt aus der EU Umfrage: Jeder Zehnte will den "Dexit"

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In anderen europäischen Ländern findet ein EU-Austritt deutlich mehr Anhänger als in Deutschland.

(Foto: imago/xcitepress)

Die Briten basteln weiter fleißig am Brexit, doch auch der EU-Austritt Deutschlands wird diskutiert. Laut einer Umfrage sprechen sich zehn Prozent der Deutschen dafür aus, die große Mehrheit hält die EU aber weiterhin für eine "gute Sache".

Die Zustimmung zur EU ist vor der Europawahl in Deutschland zurückgegangen. Im Eurobarometer des EU-Parlaments gaben 76 Prozent der Befragten in Deutschland an, sie hielten die EU-Mitgliedschaft für eine "gute Sache". Dies waren fünf Prozentpunkte weniger als bei der letzten Befragung im Herbst. Der Wert blieb aber deutlich über dem EU-Durchschnitt.

Zehn Prozent der Bundesbürger würden sogar einen deutschen Austritt aus der EU befürworten - ein Anstieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zur letzten Umfrage im Herbst. Höhere Antipathie für die EU gibt es in Tschechien. Dort würden 24 Prozent für einen Austritt stimmen. Auf Platz zwei folgten Österreich, Frankreich und Griechenland (alle 21 Prozent).

Der "Dexit" ist eine Forderung der AfD, die zudem den Rückbau der EU, beispielsweise die Abschaffung des Parlaments will. Falls dies nicht rasch gelingt, soll Deutschland aus der EU austreten. Eine starke EU-kritische Minderheit könnte viel Sand ins Getriebe bringen und die Gesetzgebung lähmen. Und sie könnten Ansprüche auf EU-Spitzenjobs erheben.

In der gesamten Europäischen Union ohne Großbritannien halten 61 Prozent die EU-Mitgliedschaft für eine "gute Sache", wie das EU-Parlament mitteilte. Dies war ein Prozentpunkt weniger als im Herbst, als der höchste Wert seit 26 Jahren erreicht worden war. Am wenigsten begeistert von der EU waren die Menschen in Tschechien (33 Prozent) und Italien (36 Prozent).

Nur 38 Prozent wussten bei der Befragung im Februar und Anfang März bereits, dass im Mai Europawahlen stattfinden. Für die Erhebung wurden zwischen dem 19. Februar und dem 4. März 27.973 Europäer befragt.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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