Politik

Hansestadt vor Bürgerschaftswahl Umfrage: SPD vergrößert Distanz zu Grünen

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Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten von SPD und Grünen lag SPD-Vertreter Tschentscher laut Befragung vorn.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

In wenigen Tagen wird in Hamburg gewählt. Einer neuen Umfrage zufolge kann Rot-Grün auf eine komfortable Mehrheit bauen. Gleichzeitig wächst der Abstand zwischen beiden. Die CDU müsste sich auf ein ernüchterndes Ergebnis einstellen. Die FDP steuert auf ein Desaster zu.

Kurz vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat die SPD einer neuen Umfrage zufolge weiter zugelegt und liegt inzwischen mit großem Abstand vor den Grünen. Laut der Befragung des Instituts Infratest dimap für die ARD käme die SPD mit dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher auf 38 Prozent, wenn an diesem Sonntag gewählt würde. Die Grünen würden demnach 23 Prozent erreichen.

Die CDU läge in der Wählergunst der Umfrage zufolge bei 14 Prozent. Die Linke erreichte acht Prozent, die AfD sechs Prozent und die FDP fünf Prozent. Bei diesem Ergebnis könnten SPD und Grüne ihre bereits seit 2015 bestehende Koalition auch nach der Wahl am 23. Februar fortsetzen. Tschentscher bezeichnete dies im Fall eines SPD-Wahlsiegs wiederholt als eine "nahe liegende Option".

Im Vergleich zur vorangegangenen Infratest-Umfrage zu Hamburg vergrößerte sich der Abstand zwischen SPD und Grünen um acht Prozentpunkte. Während die SPD binnen einer Woche um vier Prozentpunkte zulegte, büßten die Grünen um Spitzenkandidatin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank gleichzeitig vier Prozentpunkte ein.

AfD verliert Prozentpunkt

Die anderen Parteien veränderten sich derweil gar nicht oder kaum. Nur bei der AfD gab es eine Änderung - sie verlor im Vergleich zur Umfrage aus der vergangenen Woche einen Prozentpunkt. In einigen Befragungen zur Wahl am 23. Februar hatten SPD und Grünen zeitweise gleichauf gelegen. Während des Wahlkampfendspurts setzte sich die SPD aber zunehmend von den Grünen ab.

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Bei der Bürgerschaftswahl 2015 hatte die SPD 45,6 Prozent der Stimmen erhalten und war mit Abstand stärkste Kraft geworden. Die Grünen kamen auf 12,3 Prozent. Beide Parteien bildeten anschließend eine Koalition unter Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Nach dessen Wechsel in das Amt des Bundesfinanzministers im Jahr 2018 übernahm sein Parteikollege Tschentscher.

Für die neue Infratest-Umfrage wurden von Montag bis Mittwoch 1003 Wahlberechtigte befragt. Die sogenannte Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten - abhängig von der Höhe des Prozentwerts.

Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten von SPD und Grünen lag SPD-Vertreter Tschentscher laut Umfrage klar vorn. 58 Prozent der Teilnehmer würden im theoretischen Fall einer Direktwahl des Hamburger Regierungschefs für ihn stimmen. 23 Prozent würden Fegebank bevorzugen. 60 Prozent der Befragten fänden zudem eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition in der Hansestadt gut bis sehr gut.

Quelle: ntv.de, can/AFP