Politik

Parlamentswahl im Juni Umfragen sehen Frankreich vor Linksruck

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Die Linkspopulisten um Jean-Luc Mélenchon (r) kommen besonders bei jungen Franzosen gut an.

(Foto: picture alliance / abaca)

Bei den französischen Präsidentschaftswahlen landet der Linkspopulist Mélenchon überraschend auf dem dritten Platz. Umfragen sagen seiner Allianz deutliche Zugewinne für die Parlamentswahlen im Juni voraus. Er selbst stellt sich allerdings nicht zur Abstimmung.

Frankreichs wiedergewählter liberaler Präsident Emmanuel Macron kann bei der Parlamentswahl im Juni nach einer Umfrage zwar derzeit mit einer Mehrheit rechnen. Allerdings könnte das linke Lager künftig womöglich deutlich stärker im Parlament vertreten sein als bisher, wie die gerade veröffentlichte Erhebung des Instituts Elabe ergab. Demnach könnte das Mitte-Lager des Präsidenten im zweiten Wahlgang auf 290 bis 330 der 577 Sitze im Parlament kommen, was einen Verlust von 20 bis 60 Sitzen bedeuten würde.

Das neue linke Bündnis mit Linkspartei, Sozialisten und Grünen käme demnach auf 160 bis 185 Sitze, ein Zuwachs um 87 bis 112 Sitze. Massive Verlierer wären nach der Umfrage die bürgerlich-konservativen Républicains, die nur noch auf 25 bis 50 Sitze kämen, ein Verlust von 86 bis 111 Sitzen. Hingegen könnte das rechte Rassemblement National auf 35 bis 65 Sitze kommen, 27 bis 57 mehr als bisher.

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist nach der Umfrage aber die absehbar sehr schwache Wahlbeteiligung. 47 Prozent der Befragten sind sicher, dass sie ihre Stimme abgeben werden, 12 Prozent haben das ernsthaft vor. Eine Analyse der Stiftung Jean Jaurès sieht in der schwachen Wahlbeteiligung gerader junger Menschen ein Risiko für das Abschneiden des linken Bündnisses. Zwar unterstützten junge Menschen verstärkt das linke Lager, gingen aber seltener als andere Altersgruppen zur Wahl.

Für Macron geht es um Parlamentsmehrheit

Der linkspopulistische Ex-Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon tritt bei der Wahl allerdings gar nicht an. In seinem bisherigen Wahlkreis in Marseille werde sein Wahlkampfleiter Manuel Bompard antreten, sagte Mélenchon, der sich zuvor vergeblich als künftiger Premier ins Spiel gebracht hatte. Der 36-jährige promovierte Mathematiker und EU-Abgeordnete Bompard hatte zuletzt das Wahlbündnis von Mélenchons Partei mit den Sozialisten und den Grünen ausgehandelt. Mélenchon war in der Präsidentschaftswahl mit 22 Prozent in der ersten Runde überraschend auf den dritten Platz gekommen.

Die Franzosen wählen ihr Parlament in zwei Wahlgängen am 12. und 19. Juni neu. Für Macron geht es nach seiner Wiederwahl darum, ob er weiterhin eine Parlamentsmehrheit hinter sich hat.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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