Politik

Zwischenfall in Ankara Unbekannte schießen auf US-Botschaft

RTS1FOQJ.jpg

Massiv gesicherter Gebäudekomplex: Die Einfahrt zur US-Botschaft in Ankara (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Sicherheitsalarm in der türkischen Hauptstadt: Nahe der US-Vertretung fallen aus einem Auto heraus Schüsse. Wen oder was die Angreifer treffen wollten, ist unklar. Mehrere Projektile schlagen in der Wand eines Wachgebäudes ein.

Unbekannte haben in der türkischen Hauptstadt Ankara in der Nacht mehrere Schüsse auf die US-Botschaft abgegeben. Wie die beiden TV-Sender Habertürk und CNN Türk am frühen Morgen berichteten, wurden die Schüsse offenbar aus einem fahrenden Auto abgefeuert.

Einige Kugeln seien in einem Wachgebäude eingeschlagen, hieß es. Auch ein Fenster sei getroffen worden. Bei dem Vorfall, der sich gegen 4.00 Uhr morgens (MESZ) ereignet haben soll, wurde niemand verletzt. Der oder die Angreifer konnten unerkannt fliehen. Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Tätern ein. Sie seien in einem weißen Auto geflüchtet, teilten die türkischen Behörden mit.

Außer dem Wachpersonal befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls niemand in unmittelbarer Nähe. Die US-Botschaft bleibt in dieser Woche wegen des islamischen Eid-al-Adha-Festes geschlossen. Ob es sich um eine gezielte Attacke auf die diplomatische Vertretung der Vereinigten Staaten in der Türkei handelte, ist noch unklar.

Das Gelände der US-Botschaft in Ankara liegt unweit des Parlamentsgebäudes am Atatürk Boulevard, einer mehrspurigen Hauptverkehrsader im Süden des Stadtzentrums. Die Vertretungen Deutschlands, Österreichs und Italiens liegen nur wenige Gehminuten entfernt. Die US-Botschaft selbst ist massiv gesichert und unter anderem auch mit zahlreichen Überwachungskameras ausgestattet, die die unmittelbare Umgebung im Blick halten.

Politische Motive?

Die politischen Beziehungen zwischen den USA und der Türkei sind derzeit stark angespannt. Staatschef Recep Tayyip Erdogan und Präsident Donald Trump streiten um das Schicksal des in der Türkei wegen Terrorvorwürfen festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson.

Die USA hatten jüngst Sanktionen und Strafzölle gegen die Türkei verhängt, um Brunson freizubekommen. Die Landeswährung Lira hatte daraufhin weiter an Wert verloren. Erdogan sprach von einer Kampagne gegen die Türkei und einem "Wirtschaftskrieg".

Zuletzt scheint sich die Lage an den Devisenmärkten zu stabilisieren. Zu Wochenbeginn notiert die türkische Lira bei 0,1669 Dollar und damit deutlich über ihren jüngsten Tiefständen von 0,1419 Dollar. Ein Dollar war zuletzt 5,9911 Lira wert.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

Mehr zum Thema