Politik

Engpässe drohen, Labore warnen Union fordert Priorisierung bei PCR-Tests

Nicht nur die Union fordert eine Priorisierung bei Corona-Tests, auch in den Regierungsparteien werden Rufe nach einem Strategiewechsel lauter. Der Grund: Bei einer rasant steigenden Fallzahl drohen Engpässe und eine Überlastung der Labore. Die Bundesbildungsministerin erinnert an die Schulen.

Angesicht drohender Engpässe bei Corona-Tests hat die Unionsfraktion im Bundestag von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rasches Handeln gefordert. "Das Bundesgesundheitsministerium muss schnellstens eine Handlungsempfehlung zur Priorisierung bei PCR-Tests vorlegen", sagte ihr gesundheitspolitischer Sprecher Tino Sorge. "Die Labore und Teststellen brauchen dringend Orientierung für ihre Entscheidungen."

"Die Kapazitäten für PCR-Tests müssen so schnell wie möglich erweitert werden - gerade jetzt, weil sie Omikron viel verlässlicher erkennen als Schnelltests", sagte Sorge. Solange eine Überlastung drohe, "müssen die vorhandenen Kapazitäten in erster Linie nach Dringlichkeit und medizinischem Bedarf genutzt werden".

Dies könne in den kommenden Wochen auch dazu führen, "dass ein Urlauber länger warten muss, damit ein Pflegebedürftiger sein Resultat zügig erhält". Auch für Bereiche sogenannter kritischer Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr oder Energieversorgung müssten "Testkapazitäten vorgehalten werden, um dort kurzfristig auf Ausbrüche reagieren zu können".

Angesichts überlasteter medizinischer Labore hatte sich zuvor bereits der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen für eine Priorisierung von PCR-Corona-Tests ausgesprochen. "Wir sehen sehr deutlich, dass die wöchentliche Kapazität von 2,4 Millionen PCR-Tests, die wir in etwa in Deutschland haben, nun unter Volllast überall gebraucht wird", sagte der gesundheitspolitische Sprecher seiner Bundestagsfraktion im RBB-Inforadio. Es müsse darauf geachtet werden, Schwerstkranke und das Personal der kritischen Infrastruktur zu bevorzugen.

Im Einzelfall könne das, etwa beim Freitesten, zu Verzögerungen führen. Die Situation werde sich erst verbessern, wenn die in die Höhe schnellenden Corona-Fallzahlen unter Kontrolle gebracht würden, prognostizierte Dahmen. Derzeit breite sich die Omikron-Variante des Coronavirus so schnell aus, dass die Testkapazitäten nicht schnell genug ausgebaut werden könnten.

Mehr zum Thema

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger forderte indes, Schulen mit Blick auf knapper werdende Testkapazitäten besonders zu berücksichtigen. "Schulen gehören zur kritischen Infrastruktur und falls Testkapazitäten knapp werden, dann dürfen Schülerinnen und Schüler nicht das Nachsehen haben in unserem Land", sagte die FDP-Politikerin im Bundestag bei der Debatte über die geplante Bildungspolitik der Ampel-Koalition. Deshalb müsse die Schule mindestens den Rang von Kultureinrichtungen bekommen in der kritischen Infrastruktur, fügte sie hinzu. Das Bildungsministerium teilte auf Nachfrage mit, dass es sich in der Koalition dafür einsetze und Gespräche darüber liefen.

Die Medizinlabore in Deutschland nähern sich nach Angaben des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin wegen der hohen Infektionszahlen den Grenzen ihrer Auslastung. In Bezug auf eine mögliche Priorisierung bei PCR-Tests sagte der Leiter des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung: "Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang", so Generalmajor Carsten Breuer gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Quelle: ntv.de, mbe/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen