Politik

"Luftwaffe nicht Lufthansa" Union kritisiert Lambrechts Helikopter-Flug mit Sohn

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Lambrecht nahm ihren Sohn mit im Regierungshubschrauber.

(Foto: dpa)

Verteidigungsministerin Lambrecht nutzt für einen dienstlichen Flug nach Schleswig-Holstein den Regierungshubschrauber - mit an Bord ist allerdings auch ihr Sohn, mit dem sie anschließend Urlaub auf Sylt macht. Alles rechtens, beteuert das Ministerium. Doch von der Opposition gibt es Kritik.

Die Unionsfraktion hat Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht von der SPD wegen eines Fluges mit ihrem Sohn mit der Flugbereitschaft des Ministeriums einen politischen Fehler vorgeworfen. "Die Bundeswehr für private und parteipolitische Zwecke zu benutzen, ist stillos", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei von der CDU, der "Bild"-Zeitung. "Die Verteidigungsministerin sollte als Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt mehr Fingerspitzengefühl zeigen und nicht die Luftwaffe mit der Lufthansa verwechseln."

Lambrecht war am Mittwoch vor Ostern in Begleitung ihres Sohnes in einem Regierungshubschrauber von Berlin nach Ladelund in Schleswig-Holstein gereist. Dort besuchte sie das Bataillon Elektronische Kampfführung 911. Im Anschluss daran machte sie mit ihrem Sohn Urlaub auf Sylt.

Das Bundesverteidigungsministerium hatte den Bericht des "Business Insider" über einen womöglich unzulässigen Mitflug des Sohnes zurückgewiesen. Die Ministerin habe den Mitflug in einem Regierungshubschrauber beantragt und "die Kosten gemäß der Richtlinie zu 100 Prozent übernommen", sagte ein Sprecher.

Ministerium: Lambrecht bestimmt begleitende Personen

Lambrecht sei als Verteidigungsministerin anforderungsberechtigt für Luftfahrzeuge der Flugbereitschaft, wenn die Reise in Ausübung einer amtlichen Tätigkeit durchgeführt werde, und bestimme die sie begleitenden Personen, "die je nach Bundesinteresse unterschiedliche Kostensätze zu tragen haben", sagte der Sprecher des Ministeriums. Und: "Mitflug und Kostenerstattung fanden demnach in voller Übereinstimmung mit den Richtlinien für den Einsatz von Luftfahrzeugen der Flugbereitschaft BMVg statt."

Dem "Business Insider" zufolge gab es bereits andere Mitreisen des Sohns. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP, sagte im Fernsehsender Welt, sie könne das noch nicht kommentieren, es sei aber ein ungewöhnlicher Vorgang. Strack-Zimmermann: "Ich kann nicht beurteilen, was das für ein Flug war, ob die Ministerin sowieso unterwegs war. Das Ganze ist nicht wirklich korrekt, das wissen wir alle." Sie gehe davon aus, dass die Ministerin den Fall erklären könne.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/dpa

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