Unstimmigkeiten mit IsraelUS-Minister: Wollen keine Angriffe auf Irans Ölindustrie

Das Ausmaß der israelischen Angriffe auf Irans Ölindustrie sorgt bein den USA offenbar für Ärger. Man wolle nicht die Energieinfrastruktur treffen, stellt US-Energieminister Wright klar. Für Trump sind die hohen Spritpreise besonders heikel.
Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. "Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab", sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.
Israels Armeesprecher Effie Defrin betonte, Israel habe in der Nacht zu Sonntag Treibstofflager angegriffen, die vom iranischen Militär genutzt worden seien. "Dies ist das Öl, das die Räder des Regimes und seine Terroraktionen gegen den Staat Israel, gegen die Region und gegen die gesamte Bevölkerung am Laufen hält", sagte er. Israel kämpfe nicht gegen das "großartige iranische Volk", sondern nur gegen das "Terrorregime", erklärte Defrin.
Das Nachrichtenportal "Axios" berichtete, die israelischen Angriffe auf die Treibstofflager seien deutlich über das hinausgegangen, was die USA erwartet hätten, als Israel Washington vorab darüber informiert habe. Das soll zur ersten bedeutenden Unstimmigkeit zwischen den Verbündeten seit Beginn des Krieges vor gut einer Woche geführt haben, schreibt das Portal unter Berufung auf einen US-Beamten, einen israelischen Beamten und eine weitere informierte Quelle.
Ölpreis steigt über 100 Dollar
Die USA sind laut dem Bericht besorgt, dass israelische Angriffe auf Infrastruktur, die der iranischen Bevölkerung diene, strategisch nach hinten losgehen könnten. Es gibt die Sorge, dass sie zur Unterstützung der Führung in Teheran beitragen und die Ölpreise in die Höhe treiben könnten.
Für US-Präsident Donald Trump ist das vor allem angesichts steigender Spritpreise in den USA relevant, die für ihn mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst zum Problem werden könnten, sollte es sich um eine längerfristige Entwicklung handeln. Der Ölpreis stieg im frühen Handel infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren zeitweise wieder auf über 100 US-Dollar an. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg im frühen Handel temporär um rund 20 Prozent auf 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter).