Politik

Pressestimmen zur Landtagswahl "Untergang der Demokratie ist abgesagt"

Die CDU ist der strahlende Sieger der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Noch in der vergangenen Woche hatte eine Umfrage geunkt, die Partei von Ministerpräsident Haseloff könnte erst nach der AfD ins Ziel kommen. Am Wahlabend zeichnet sich immer stärker ab: Der Vorsprung ist komfortabel und beträgt mehr als zehn Punkte. Für viele Kommentatoren Anlass, neben Haseloff auch CDU-Chef Laschet zum Gewinner zu küren.

"Der vom Ost-Beauftragten der Bundesregierung befürchtete Untergang der Demokratie in den 'diktatursozialisierten' neuen Bundesländern ist abgesagt: Links- und Rechtsradikale haben in Sachsen-Anhalt einen kräftigen Dämpfer erhalten", kommentiert der "Münchener Merkur". Darüber freuen dürfe sich auch CDU-Chef Armin Laschet, denn dieser habe klargemacht, "dass er, anders als Merkel, um die Wähler der demokratischen Rechten wieder kämpfen will. Deshalb setzt der liberale Laschet auch auf Wahlkämpfer wie (Friedrich) Merz. Nicht um die CDU nach rechts zu rücken, sondern um sie als Volkspartei wieder zu verbreitern. Anders als die Kanzlerin gibt Laschet den Osten nicht auf. In Sachsen-Anhalt ging diese Strategie auf."

Die "Frankfurter Rundschau" gibt sich dennoch besorgt: "Doch wenn mehr als ein Fünftel der Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz bei einer völkisch-nationalen Partei macht, die der Verfassungsschutz beobachtet, dann ist das eine Niederlage für alle Demokratinnen und Demokraten - und nicht nur für jene, die Stimmen verloren, sondern auch für jene, die in der Gunst des Souveräns zugelegt haben." Zwar hätten Haseloff und die CDU "ein überraschend gutes Ergebnis erzielt. Doch dürfte dies eng verknüpft sein mit dem Amtsbonus von Haseloff und damit, dass viele ihr Kreuz bei der CDU gemacht haben, um die AfD als stärkste Kraft in dem Bundesland zu verhindern."

Für die "Süddeutsche Zeitung" muss die Union prüfen, "welche Sorgen der Wähler sie übersehen hat, wenn sie vor der Bundestagswahl nicht das gleiche Schreckensszenario erleben will." Den "Nürnberger Nachrichten" zeigt das Ergebnis, dass die CDU trotz Laschet punkten könne - "vielleicht kann sie es sogar mit ihm. Er scheint auf einen Kurs zu setzen, mit dem schon Angela Merkel durchkam: möglichst wenige Ecken und Kanten zeigen und darauf setzen, dass viele im Zweifel doch für die Partei votieren, die Stabilität zu garantieren scheint." Für die "Heilbronner Stimme" zeigt Haseloff, "dass man mit erfolgreicher Sachpolitik und ohne große Show gewinnen kann. Immerhin das dürfte auch Armin Laschet Mut machen."

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Die "Kölnische Rundschau" konstatiert, "CDU-Chef Armin Laschet dürfte mit dem in der Höhe fast sensationell anmutenden Ergebnis ein Stein vom Herzen gefallen sein." Ein Desaster der CDU hätte auch für ihn und seine Kanzlerkandidatur drei Monate vor der Wahl unruhige Zeiten bedeutet. "Nun ist er deutlich gestärkt."

Das "Westfalen-Blatt" aus Bielefeld schreibt, dass die Euphorie bis ins Berliner Konrad-Adenauer-Haus zu Laschet reicht. "Haseloffs glanzvoller Sieg ist für Laschet Glück und Verpflichtung zugleich." Die Union müsse nun zügig die Weichen für den Bundestagswahlkampf stellen. Die sei Startrampe gebaut - "die Frage lautet, ob der Kanzlerkandidat sie im Team nutzen kann. Denn auf seine persönliche Zugkraft allein kann sich Laschet keinesfalls verlassen."

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

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