Politik

"Hinrichtung oder Kapitulation" Varoufakis: Reformen werden scheitern

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Sein seinem Rücktritt ist Varoufakis einfacher Abgeordneter im griechischen Parlament.

(Foto: REUTERS)

Griechenland werde einem Programm unterworfen, das "als größte Katastrophe gesamtwirtschaftlichen Managements aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird", sagt Ex-Finanzminister Varoufakis.

Der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hält die Einigung zwischen Griechenland und dem Rest der Eurozone für einen Fehler. Die darin vorgesehenen Reformen würden scheitern, sagte Varoufakis dem britischen Sender BBC.

Griechenland werde einem Programm unterworfen, das "als größte Katastrophe gesamtwirtschaftlichen Managements aller Zeiten in die Geschichte eingehen wird". Die Anfang der Woche nach einer 17-stündigen Nachtsitzung getroffene Vereinbarung sieht Verhandlungen über ein drittes Kreditprogramm für Griechenland vor. Das Programm soll bis zu 86 Milliarden Euro umfassen, drei Jahre laufen und ist an sehr konkrete Bedingungen geknüpft. Bis dieses Programm beschlossen ist, erhält Griechenland eine Brückenfinanzierung über den europäischen Rettungsschirm EFSF.

Die Bedingungen für den neuen Kredit, der dann vom Stabilitätsmechanismus ESM und dem Internationalen Währungsfonds vergeben werden soll, werden in Griechenland als Diktat empfunden. Dazu gehören Details wie die Ladenöffnungszeiten am Sonntag. Am Freitag erteilte der Bundestag der Bundesregierung ein Mandat für Verhandlungen über ein drittes Programm. Allerdings verweigerte ein Fünftel der Unionsabgeordneten ihre Zustimmung.

Varoufakis räumte ein, dass Ministerpräsident Alexis Tsipras kaum eine Wahl hatte, als sich mit den Kreditgebern zu einigen. "Man gab uns die Wahl, hingerichtet zu werden oder zu kapitulieren. Und er entschied, dass die Kapitulation die beste Strategie sei." Varoufakis war am Tag nach dem Referendum in Griechenland zurückgetreten.

Kurz vor dem Referendum hatte Varoufakis noch gesagt, er werde eine Einigung mit den Kreditgebern nicht aufhalten. Gegebenenfalls werde er seinem Nachfolger helfen, die Einigung durch das griechische Parlament zu bringen. Tatsächlich stimmte er am vergangenen Mittwoch im Parlament aber mit Nein.

Quelle: n-tv.de, hvo

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