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Choi Soon Sil, einstige Vertraute von Südkoreas Ex-Präsidentin Park, muss 20 Jahre hinter Gitter.
Choi Soon Sil, einstige Vertraute von Südkoreas Ex-Präsidentin Park, muss 20 Jahre hinter Gitter.(Foto: AP)
Dienstag, 13. Februar 2018

Korruptionsskandal in Südkorea: Vertraute von Park muss 20 Jahre in Haft

Unter der Herrschaft von Park Geun Hye als Präsidentin etabliert sich in Südkorea ein korruptes System. Ihre Freundin Choi Soon Sil spielt dabei eine Schlüsselrolle. Nun erhält die 61-Jährige eine drastische Haftstrafe. Auch der Chef eines Olympia-Sponsors muss hinter Gitter.

Im Korruptionsskandal um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye hat ein Gericht deren einstige Vertraute Choi Soon Sil zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die 61-jährige Choi ist die Schlüsselfigur in dem Skandal, der wochenlange Straßenproteste ausgelöst und im März des vergangenen Jahres zur Amtsenthebung Parks als Staatschefin geführt hatte.

Das Zentralgericht in Seoul befand Choi unter anderem für schuldig, Unternehmen genötigt zu haben, von ihr kontrollierte Stiftungen zu fördern, wie südkoreanische Sender berichteten. Dabei habe sich Choi ihre engen Beziehungen zu Park zunutze gemacht. Die konservative Politikerin Park, die in Untersuchungshaft sitzt, steht wegen Korruption, Nötigung, Machtmissbrauchs und anderer Vorwürfe ebenfalls vor Gericht. Das Urteil gegen sie wird bis April erwartet.

Das Gericht sprach Choi den Berichten zufolge in den meisten Anklagepunkten für schuldig. Sie muss außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 18 Milliarden Won (etwa 13,5 Millionen Euro) zahlen. Die Staatsanwaltschaft, die 25 Jahre Haft geforderte hatte, warf ihr unter anderem Bestechung, Machtmissbrauch und Nötigung vor. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Park mit Choi zusammengearbeitet hat, um Unternehmen wie der Samsung-Gruppe Zahlungen an die Organisationen der Freundin abzunötigen. Park wird außerdem vorgeworfen, Choi die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. Die frühere Staatschefin bestreitet die Vorwürfe.

Haftstrafe für Chef von Olympia-Sponsor

Außerdem verurteilte das Gericht den früheren Chefsekretär im Präsidialamt, Ahn Chong Bum, wegen seiner Rolle in dem Skandal zu sechs Jahren Haft und einem Strafgeld von 100 Millionen Won. Gegen den Vorsitzenden von Südkoreas fünftgrößtem Firmenkonglomerat Lotte, Shin Dong Bin, wurden zweieinhalb Jahre Haft verhängt. Ihm hatte die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Geld an eine Stiftung Chois gezahlt zu haben, um im Gegenzug eine Lizenz für einen Duty-free-Shop zu erhalten.

Im Zusammenhang mit dem Skandal wurde im August 2017 der Erbe des Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, zu fünf Jahren Haft wegen Korruption verurteilt. Ein Berufungsgericht in Seoul milderte jedoch vor gut einer Woche das Urteil auf eine Bewährungsstrafe von zweieinhalb Jahren ab und ordnete die Freilassung des 49-Jährigen an.

In Medien war vermutet worden, dass das Urteil dazu dienen sollte, den Skandal vor Beginn der Olympischen Winterspiele hinter sich zu lassen. Mit der Verurteilung von Shin rückt er jedoch wieder in den Fokus. Der Einzelhandelskonzern Lotte ist einer der Hauptsponsoren der Olympischen Winterspiele, die derzeit in Pyeongchang stattfinden. Shin ist Präsident des koreanischen Skiverbandes und hielt sich in seiner Funktion in den vergangenen Tagen in Pyeongchang auf, bevor er zur Urteilsverkündung nach Seoul zurückkehrte.

Quelle: n-tv.de