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Spezialeinheit in der Sahelzone Vier US-Soldaten sterben in Niger

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Kampfeinsatz in Niger: US-Soldaten, hier bei einer Übung, geraten in einen Hinterhalt.

(Foto: U.S. Army / Specialist Michelle C. Lawrence)

Ein blutiger Überfall lenkt Licht auf einen wenig bekannten US-Militäreinsatz in Afrika: Im Grenzgebiet zu Mali gerät eine US-Spezialeinheit auf Patrouille in einen Hinterhalt. Das Pentagon muss Präsident Trump vier Tote und zwei Verletzte melden.

Bei einem Angriff auf eine Militärpatrouille im Südwesten Nigers sind vier US-Soldaten ums Leben gekommen. Die Getöteten waren Teil einer US-Spezialeinheit, die gemeinsam mit Truppen aus Nigeria im Sahelstaat Niger unterwegs war, zitieren der US-Sender CNN und die "New York Times" den Sprecher des Afrika-Kommandos der US-Streitkräfte, Anthony Falvo.

Zwei weitere US-Soldaten wurden bei dem Vorfall in der Region Tillabéri verwundet, wie US-Medien berichteten. Die Angreifer kamen nach Informationen des französischen Auslandssenders Radio France International aus Mali. Sie hätten am Mittwoch zunächst das Dorf Tongo Tongo in Nord-Tillabéri attackiert. Die nigerianisch-amerikanische Patrouille sollte die Angreifer dem Bericht zufolge verfolgen, geriet dabei aber selbst in einen Hinterhalt. Mehrere einheimische und US-Soldaten seien getötet worden, heißt es. Mehrere weitere gelten demnach als vermisst.

Nähere Einzelheiten zum genauen Ablauf und zu den Hintergründen des Gefechts liegen noch nicht vor. Unklar ist außerdem noch, in welchem Umfang US-Spezialeinheiten an Kampfeinsätzen im Niger beteiligt sind.

US-Einsatz am Rand der Sahara

US-Medienberichten zufolge liegt die Region Tillabéri knapp 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Niamey nahe der Grenze zu Mali. In der Region sind Kämpfer der Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb aktiv. In Mali selbst ist ein Kontingent der Bundeswehr stationiert. Die Einheiten aus Deutschland sind Teil der internationalen Stabilisierungsmission Minusma.

Tillabéri gehört zu den Gebieten im Niger, in denen seit März wegen anhaltender Angriffe aus Mali der Ausnahmezustand gilt. Für die Angriffe auf Militärposten und Flüchtlingslager werden Dschihadisten verantwortlich gemacht. Im Juni hatte Nigers Armee eine Offensive gegen die Dschihadisten gestartet.

Im Niger, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört, unterstützen US-Einheiten das Militär bei der Ausbildung und leisten Beistand im Kampf gegen Extremisten in der Region. Militärische Unterstützung erhält die Regierung in Niamey auch durch Truppen aus Nigeria.

Militärs informieren Trump

Gesteuert werden die US-Aktivitäten in Afrika vom Regionalkommando des US-Militärs "Africom" mit Sitz in Baden-Württemberg. Die verletzten US-Soldaten wurden durch Kampfretter - einer weiteren Spezialeinheit des US-Militärs - ausgeflogen und auf den Stützpunkt der US-Streitkräfte in Stuttgart gebracht.

US-Präsident Donald Trump wurde nach Angaben seiner Sprecherin Sarah Sanders über den Angriff informiert. Offen ist noch, wie genau Trump auf den Vorfall reagieren wird. Das Verteidigungsministerium in Washington wollte zunächst nur Berichte von einem feindlichen Überfall bestätigen. Auch auf Anfrage gab es keine weiteren Angaben zu den Soldaten.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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