Politik

Mit knapp 60 Prozent der Stimmen Vucic erklärt sich in Serbien zum Wahlsieger

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Der serbische Präsident Aleksandar Vucic gibt seine Stimme in einem Wahllokal für die Präsidentschafts-, Parlaments- und Kommunalwahlen ab.

(Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Höchstwahrscheinlich darf sich Serbiens Präsident Vucic auf eine zweite Amtszeit freuen. Nach ersten Schätzungen wird er mit einer großen Mehrheit der Stimmen im Amt bestätigt. Er selbst erklärt sich bereits zum Wahlsieger. Kritiker werfen ihm einen autoritären Regierungsstil vor.

Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic hat sich nach der Parlaments- und Präsidentenwahl zum Sieger erklärt. Er habe in der ersten Wahlrunde 2.245.000 Stimmen erhalten, sagte Vucic in einer Siegesrede im Fernsehen. Das seien rund 60 Prozent aller Stimmen. Es war bereits damit gerechnet worden, dass der Staatschef im Amt bestätigt wird.

Nach Berechnungen der Wahlforschungsinstitute Ipsos und Cesid kam Vucic am Sonntag auf 59,8 Prozent der Stimmen und sein stärkster Gegenkandidat, Zdravko Ponos, auf 17 Prozent. Im Parlament liege Vucics Partei SNS mit 43,6 Prozent auf Platz eins, gefolgt von der Parteu Ujedinjeni mit 12,8 Prozent, erklärten Ipsos und Cesid weiter.

Angesichts der Unsicherheiten infolge des Ukraine-Kriegs hatte sich der als Populist geltende Vucic als Garant für Stabilität dargestellt. Der Ukraine-Krieg hatte den Wahlkampf in Serbien überschattet. Zuvor dominierende Themen wie der Umweltschutz und Korruption traten in den Hintergrund.

Vucic ließ Neuwahl vorziehen

Vucic hat seit seinem Amtsantritt als Präsident 2017 seine Macht gefestigt. Kritiker werfen ihm dabei autoritäre Züge und ein problematisches Verhältnis zur Pressefreiheit vor. Als wichtigster Herausforderer von Vucic galt der frühere Militärchef Zdravko Ponos, der von der pro-europäischen Opposition unterstützt wurde.

Vucic bestimmt in wechselnden Funktionen seit 2012 die Politik in Serbien. Das von der SNS dominierte Parlament war erst 2020 gewählt worden. Vucic ließ die Neuwahl vorziehen, um durch die Zusammenlegung mit der Präsidentschaftswahl die Vorherrschaft der SNS abzusichern. Serbien bewirbt sich um eine Aufnahme in die EU und pflegt gleichzeitig enge politische und wirtschaftliche Kontakte mit Russland. Die Invasion Russlands in die Ukraine hat Serbien zwar verurteilt, trägt die vom Westen gegen Russland verhängten Sanktionen aber nicht mit.

Quelle: ntv.de, lve/rts/dpa

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